Seniorenzentrum Hirschkamp schließt zum 31.7.23 - Umbau-Pläne vorgestellt

Das Seniorenzentrum Hirschkamp wird zum 31. Juli 2023 vorerst schließen. Ab da an soll die Einrichtung aufwendig umgebaut werden; energetisch, aber auch baulich. Es geht darum, die gesetzlich vorgegebene Einzelzimmerquote von 80 Prozent zu erreichen.

Seniorenzentrum Hirschkamp schließt zum 31.7.23 - Umbau-Pläne vorgestellt

„Nach 25 Jahren ist das Seniorenzentrum in die Jahre gekommen“, sagt Ursula Eskes, Geschäftsführende Gesellschafterin der Einrichtung, gestern (26.10.) im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft.

Bedürfnis nach mehr Privatsphäre

Das Wohn- und Teilhabegesetzt NRW sieht bei Pflegeeinrichtungen eine Einzelzimmerquote von mindestens 80 Pprozent vor. Das Seniorenzentrum Hirschkamp verfehlt diese Quote deutlich. „Bei unseren 80 Pflegeplätzen haben wir 14 Einzelzimmer und 33 Doppelzimmer“, sagt Ursula Eskes. Ein Umbau ist qua Gesetz unumstößlich, um überhaupt am Markt bleiben zu dürfen. „Die Einzelzimmer sind aber nicht nur gesetzliche Vorgabe. Die meisten Bewohner haben heutzutage das Bedürfnis nach mehr Privatsphäre“, weiß die Geschäftsführerin.

Kaum noch Ersatzteile

Aber auch die Gebäudetechnik ist in die Jahre gekommen. Fahrstuhl und Brandmeldeanlage müssten modernisiert werden, genau so wie die Heizungsanlage. Ersatzteile für die Schwestern-Rufanlage seien auch nur noch schwer zu erhalten, schildert Eskes den politischen Vertretern. „Wir streben eine energetische Sanierung an, um nachhaltig Ressourcen zu schonen.“

Zwei Umbau-Varianten vorgestellt

Zwei Sanierungs-Varianten haben Ursula Eskes und ihr Architekt (Jäger, Haltern) gestern vorgestellt: Ein modernes Konzept mit Flachdach und eine traditionelle Variante, bei der das Dach in den Grundzügen - allerdings nicht mehr ganz so steil und dafür mit Gauben - ähnlich dem jetztigen Vorbild wieder aufgebaut wird.

Das Dach muss auf jeden Fall runter

Bei beiden Varianten werde das Dach aber abgerissen, sagt Ursula Eskes. Sie präferiert unterdessen Sanierungs-Variante eins; Variante zwei sei nämlich nicht so nachhaltig, begründet sie. Unter anderem sei die geplante Photovoltaikanlage bei Variante zwei nicht so effizient. Variante eins sieht zudem ein begrüntes Dachkonzept vor. Die Grundmauern bleiben in beiden Fällen erhalten. Ob hier noch Eingriffe für bodentiefe Fenster notwendig werden, steht laut Eskes noch nicht fest.

B-Plan gibt geplanten Umbau nicht her

Weil der aktuell gültige Bebauungsplan einen Umbau in dieser Form nicht hergibt, muss dieser nun geändert werden. Darüber entscheidet der Stadtrat, weshalb die Vorhabenträgerin nun die Pläne vorgestellt hat. Allerdings haben die politischen Vertreter bereits jetzt „erheblichen Beratungsbedarf in den Fraktionen“, wie es Theo Hemmerde (CDU) formulierte, angekündigt.

Was passiert mit Glasfront?

Der Lokalpolitik geht es unter anderem darum, das für Waltrop historisch wertvolle Gebäude in seiner Optik zu schützen. So ging Hemmerde bereits auf das markante Treppenhaus und die prachtvoll verzierte Glasfront ein. „Für viele Waltroper, auch für mich, hat das eine besondere Bedeutung.“ Michael Millgramm (Waltroper Aufbruch) unterstrich dies und betonte den „sehr prägenden“ Charakter.

Treppenhaus soll erhalten bleiben

Dass besagte Glas-Elemente in der jetzigen Form erhalten bleiben können, da machten Ursula Eskes und auch Architekt Jäger wenig Hoffnung. Je nachdem, für welche Sanierungs-Variante man sich entscheide, werde man aber versuchen, eventuell einen Teil der Glasmalerei zu erhalten, so Eskes. Das prägende Treppenhaus zu erhalten, sei auch Ziel des Seniorenzentrums, betonte Jäger.

Bürgerbeteiligung geplant

Neben der Lokalpolitik werden demnächst auch die Bürger an dem Vorhaben beteiligt. Beide Sanierungs-Varianten würden im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung vorgestellt, künndigte Bau-Dezernent Andreas Scheiba an.

Umzug und Aufnahmestopp

Nachtrag: Das Seniorenzentrum plant, ab einem gewissen Datum einen Aufnahmestopp zu erlassen. Alle Bewohner, die zum Zeitpunkt des Baustarts noch dort wohnen, sollen das Angebot bekommen, in eine Einrichtung nach Recklinghausen umzuziehen.

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