Mußhoff schießt aus allen Rohren - und keiner weiß so recht, wieso

Sie waren Verbündete im Wahlkampf, beinahe schon auffallend einig, gar freundschaftlich unterwegs. Nun scheint die politische Liaison zwischen Dr. Heinz Josef Mußoff (FDP) und Marcel Mittelbach (SPD) beendet. Es fröstelt bitterlich.

Mußhoff schießt aus allen Rohren - und keiner weiß so recht, wieso

Am Donnerstagabend (4.11.) hat FDP-Fraktionschef Mußhoff in der Ratssitzung die großen Geschütze ausgepackt. Bei einem Thema, das niemand sonst als die FDP als Thema erkannt und anerkannt hat, hat Mußhoff zum Rundumschlag gegen die Amtsführung Mittelbachs ausgeholt.

Eine exklusive FDP-Meinung

Im Kern warf er dem Bürgermeister vor, Informationen zu unterdrücken, die dem Rat vermeintlich zustehen. Vorweggenommen: Diese Meinung hat die FDP exklusiv, wie später alle anderen Akteure durch ihr Votum unterstrichen.

Es geht um Verträge

Mußhoff geht es unter anderem um Verträge, die Aufschluss über die finanzielle Beziehung zwischen der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) und der Stadt Waltrop geben sollen. Offenbar wittert er hier Ungemach. „Welche Leistungen erbringen die Stadt Waltrop und Mitarbeiter der Stadt für die SEG?“, fragte Mußhoff.

Mußhoff wird persönlich

Und der FDP-Chef beließ es nicht bei sachlichen Fragen, er griff Mittelbach auch persönlich an. Er habe im Wahlkampf lautstark vollständige Transparenz propagiert, erinnerte Mußhoff Mittelbach. „Sie bleiben völlig hinter den selbst gesteckten Erwartungen zurück“, so der FDP-Chef weiter, der abschließend noch deutlicher wurde. „Herr Bürgermeister, Ihnen fehlt offensichtlich die Souveränität, um hier im Rat die von uns geforderten Daten vorzulegen. Das ist bedauerlich, aber das ist so.“

Mittelbach bescheinigt Mußhoff Falschaussagen

Dass er „an keiner Stelle im Konsens“ mit ihm sei, betonte Mittelbach anschließend. „Ich wundere mich auch über Art und Weise des Umgangs“, so Mittelbach, der Mußhoff bescheinigte, „populistisch unterwegs“ zu sein. „Das fängt damit an, dass Sie Falschaussagen tätigen.“ Der Bürgermeister belegte dies mit einem Beispiel, bei dem es um die vermeintliche Nichtbehandlung einer Anfrage ging. Der Antrag sei schlicht mit 12:1-Stimmen abgelehnt worden, so Mittelbach.

Mußhoff schlägt Gesprächsangebot aus

Randnotiz: Mittelbachs Angebot, seine Fragen im persönlichen Gespräch und gemeinsam mit der Geschäftsführung der SEG zu beantworten, schlug Mußhoff übrigens aus.

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