Netzausbau in der Hebewerk-Siedlung: 77.907-Euro-Panne schnell behoben

Bei diesem Schreiben hat ein Anwohner der Straße Im Depot „Schnappatmung“ bekommen. 77.907 Euro - statt 199 Euro - hat Vodafone aufgerufen, damit sein Wohnhaus in Oberwiese einen schnellen Internetanschluss bekommt. Eine Panne, die behoben wurde.

Netzausbau in der Hebewerk-Siedlung: 77.907-Euro-Panne schnell behoben

Dieses Thema erhitzt die Gemüter in Oberwiese seit Jahren. Es geht um den Anschluss ihrer Haushalte an schnelles Internet. Denn zum Teil können Anwohner in der Hebewerk-Siedlung nicht einmal Netflix oder andere Online-Dienste streamen, weil die Surfgeschwindigkeiten auf dem Niveau von vor 15 Jahren liegen.

Lange Zeit des Ärgers

Nachdem die Betroffenen auch im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus durch die Deutsche Telekom AG nicht angeschlossen wurden, gibt es nach langer Zeit des Ärgers jetzt trotzdem noch eine Lösung (mehr zum aktuellen Stand weiter unten im Text).

Hausanschlüsse für rund 200 Wohneinheiten angekündigt

Ende April dieses Jahres verkündete die Stadt Waltrop auf ihrer Facebook-Seite, dass man sich mit Vodafone Deutschland in der Hebewerk-Siedlung auf einen Kabel-Glasfaserausbau geeinigt habe. Rund 200 Wohneinheiten sollen „auf den letzten Metern mit Koaxial bis ins Haus versorgt werden“.

Spezial-Angebot: 199 Euro pro Anschluss

„Der Ausbau mit gigabit-fähiger Netzinfrastruktur“, so hieß es weiter, „sieht eine Versorgung entlang der Grundstücke vor. Die Kosten für den zusätzlich benötigten Hausanschluss in Höhe von 999 Euro müssen die Eigentümer:innen aufbringen. Für den Zeitraum der Vorvermarktung bietet Vodafone den Anschluss zu 199 Euro an“, verkündete die Stadt Waltrop vor fünf Monaten.

449 Meter Tiefbau auf öffentlichem Grund

Ein Angebot, auf das auch besagter Anwohner der Straße „Im Depot“ eingegangen ist. Er hat sich für den Anschluss entschieden und auch eine schriftliche Bestätigung darüber bekommen. Doch nun kam die Überraschung: Vodafone teilte ihm schriftlich mit, dass der Anschluss teurer würde als erwartet: Statt der 199 Euro rief das Unternehmen 77.907,85 Euro auf. „449 Meter Tiefbau auf öffentlichem Grund mit Straßenquerung, 7 Meter Tiefbau auf privatem Grund“ seien nötig, begründete Vodafone.

Neue Bestätigung mit korrektem Preis

Unsere Redaktion hat das Unternehmen um eine Erklärung gebeten und diese innerhalb kürzester Zeit auch bekommen. Wie der Netzanbieter uns per E-Mail schreibt, sei es „in der Bauplanung im Rahmen der Fertigstellung der Baukosten zu einem Fehler in der Kalkulation“ gekommen. Dort sei nicht berücksichtigt worden, dass der Hausanschluss im Rahmen der Versorgung eines „Whitespots“ zum Preis von 199 Euro hegestellt werden kann. Noch am selben Tag bekam der Anwohner der Straße Im Depot eine erneute schriftliche Betätigung - diesmal mit dem korrekten Preis.

Trassenausbau und neue Verteilschränke

Zum aktuellen Stand des Netzausbaus: Laut Stadt Waltrop laufen derzeit die technischen Vorbereitungen zum Breitbandausbau durch Vodafone in Absprache mit dem städtischen Tiefbauamt. „Hierbei geht es insbesondere um den Trassenausbau und das Errichten von Verteilschränken“, sagt Stadt-Sprecherin Andrea Middendorf.

Tiefbauamt liegen Anträge vor

Parallel dazu laufe seitens Vodafone die erste Phase der Vermarktung bei den Anwohnern. „Auch die Firma Gelsennet“, so Middendorf weiter, „plant von Castrop-Rauxel kommend nun den Glasfaserausbau in Teilen des Baugebietes. Hierzu liegen dem Tiefbauamt ebenfalls entsprechende Anträge nach Telekommunikationsgesetz vor.“ Zu den Vermarktungsaktivitäten seitens Gelsennet liegen der Stadt Waltrop derzeit keine Informationen vor.

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