Da war Thermik drin: Rote Karte, pöbelnde Fans und ein bitteres Eigentor

Dieses Spiel war hinten raus richtig hitzig: Beim 2:2 (1:0) zwischen Teutonia SuS Waltrop und Rot-Weiß Germania ist die Stimmung ab Spielminute 59 gekippt. Auslöser war eine Rote Karte gegen Germanias Emre Kücükaycan - und eine nicht gegebene „Rote“.

Da war Thermik drin: Rote Karte, pöbelnde Fans und ein bitteres Eigentor

Aber von vorne. Die Anfangsphase ging an die Gäste. Bereits nach fünf Minuten haben zwei scharfe, auf Torwart Niklas Eßmann gezirkelte, Ecken für höchste Gefahr im Teutonen-Strafraum gesorgt. RW Germania betrieb großen Aufwand beim Offensiv-Pressing. Die Angriffsreihe lief viele Bälle frühzeitig an und sorgten dafür, dass das Team von Oliver Ridder nicht richtig in Tritt kam. Der erste akzeptable Abschluss der Gastgeber kam von Nico Poslednik (11.).

Nach 20 Minuten reingebissen

Es dauerte gut 20 Minuten, bis sich Teutonia in die Partie gebissen hatten. Doch ganz allmählich machte sich das Gefühl breit, dass die erste Angriffswelle der Gäste aus Dortmund erfolgreich abgewehrt wurde. Die Waltroper wurden mutiger - und stärker. Ein Beispiel: Felix Bramsel eroberte in der Mitte in einem Zweikampf den Ball, schickte Poslednik direkt auf die Reise. Poslednik legte im Strafraum quer auf Luca Gennermann, dessen Abschluss gerade noch geblockt wurde. Ein Spielzug, der sinnbildlich für das stand, was folgte.

Der Keeper bleibt diesmal Sieger

Teutonia übernahm mehr und mehr das Kommando und das sollte sich auch in etwas Zählbarem niederschlagen. Nico Poslednik, der eine sehr engagierte Partie im Sturmzentrum ablieferte, belohnte sich und sein Team mit dem Tor zum 1:0. Er vollendete einen schnellen Angriff mit einem Flachschuss in die linke Tor-Ecke. Die Führung war nicht unverdient. Zumal es bis zur Halbzeit erneut hätte klingeln können. Nach klasse Zuspiel von Baris Afsar blieb diesmal Fabian Leppert im Germania-Kasten Sieger im Eins-gegen-eins mit Poslednik.

Schiedsrichter fällt nicht rein auf Schauspielerei

Dortmunds William Najdi zog kurz darauf den Zorn von Henrik Sommer wegen einer offensichtlichen Schauspielerei auf sich. Schiedsrichter Welat Filizay, der in Durchgang eins die lange Leine dabei hatte, fiel nicht drauf rein.

Rettungstat von Eßmann

Auch nach dem Pausentee zeigte Teutonia immer wieder starke Schnittstellenbälle. Einzig brachte es die Ridder-Elf nicht zu Ende, auch weil Germanias Abwehrspieler immer wieder ein Bein dazwischen bekamenn. Apropos Germania: Die Gäste zeigten mitunter gute Ansätze und kamen zu Chancen. Ein Abschluss von Johannes Schmitt zwang Eßmann zu einer Rettungstat.

Vollmert hat Glück und trifft dann

Dann begann die heiße Phase. Emre Kücükaycan ließ sich zu einem Frustfoul gegen Marc Andre Vollmert hinreißen, wofür ihn auch einige Mitspieler anzählten und Schiedsrichter Filizay völlig zurecht Rot zeigte. Doch auch Vollmert hätte der Unparteiische hier vom Platz stellen müssen. Der Waltroper stürmte nämlich danach auf Kücükaycan zu und schubste ihn massiv. Diese Aktion hat der Schiedsrichter nur mit Gelb bedacht. Glück für Vollmert.

Beleidigungen am Fließband

Was sich entwickelte, war ein regelrechter verbaler Shitstorm gegen Vollmert von Seiten einiger Germania-Fans. Hier flogen bis zum Abpfiff Beleidigungen übers Feld, die selbst auf einem Fußballplatz nichts verloren haben. Trotz der Unterzahl kamen die Gäste dann zum Ausgleich. Elton Brunner sprang der Ball im 16er an die Hand - Elfmeter. Raphael Meißner trat an und versenkte zum 1:1 (65.).

Eigentor aus dem Getümmel

Was dann geschah, war bitter mitanzusehen für die Gäste-Fans. Ausgerechnet Vollmert schloss einen Sprint über 40 Meter erfolgreich zum 2:1 ab (84.). Doch dabei blieb es nicht. Beide Teams hatten die Visiere hochgeklappt und noch Chancen. Am Ende war es ein ganz unglückliches Eigentor von Tobias Hopp im Getümmel, das für den 2:2-Endstand sorgte (88.). Ein Ergebnis, über das sich die Teutonen wegen der vielen hochkarätigen Torchancen, die ungenutzt blieben, mehr ärgern mussten.

Logo