Null Punkte, aber kein Fehlstart: Ridder sollte im Sturm personell nachlegen

Vier Spiele, vier Niederlagen, nur drei eigene Tore, Tabellenplatz 15 (von 16): Wer die reinen Zahlen betrachtet, könnte in Versuchung kommen, Teutonia SuS Waltrop einen Fehlstart in die Bezirksliga-Saison zu attestieren. Aber ist es das wirklich?

Null Punkte, aber kein Fehlstart: Ridder sollte im Sturm personell nachlegen

Wieder gab es keine Punkte. Und wieder ist Oliver Ridder beinahe verrückt geworden an der Seitenlinie. „Wir lassen fünf, sechs Hundertprozentige liegen“, hadert der Coach nicht zum ersten Mal. Nach dem 1:3 (0:0) am gestrigen Sonntag (20.9.) beim Dortmunder Klub FC Roj analysieren wir die Situation am Sportzentrum Nord.

Nordkirchen-Pleite keine Schande

Dass der FC Nordkirchen zu den Top-Favoriten auf den Landesliga-Aufstieg zählt, hat unsere Redaktion bereits vor der Saison prophezeit. Nach vier Spielen unterstreicht die Elf von Mario Plechaty seinen Anspruch eindrucksvoll. Ohne Punktverlust und sogar ohne Gegentor (14:0) marschiert Nordkirchen vorne weg. Keine Schande, dass die Teutonen zum Saisonstart hier drei Tore kassierten. Das leistungsgerechte 0:0 zur Halbzeit war allerdings Ausdruck dessen, dass man auch mit Top-Teams mithalten kann.

Noch ein Schwergewicht

Apropos Top-Teams: Dass im zweiten Liga-Spiel mit Mengede 08/20 gleich mal das zweite Schwergewicht warten würde, auch das war zu erwarten. Der Blick auf die Tabelle bestätigt: Mengede ist nach drei Siegen und einer Niederlage - übrigens gegen Nordkirchen (0:3) - Zweiter. Mit 2:4 haben Ridder und seine Teutonen im Volksgarten gratulieren müssen. Ein Punktgewinn war nach starker zweiter Halbzeit trotzdem im Bereich des Möglichen.

Stockum-Partie ein „Betriebsunfall“

Beim dritten Liga-Spiel kam mit dem TuS Stockum ein Gegner ins SpoNo, der wohl eher die Kragenweite der neu formierten Teutonen hat. Das o:1 durch ein Tor in der 4. Minute war sicherlich zu wenig. „Ein Betriebsunfall“, nennt Oliver Ridder dieses Resultat im Gespräch mit unserer Redaktion rückblickend. Ja, hier hätte etwas Zählbares herumspringen können, vielleicht sogar müssen.

Der rote Faden ist das Sturm-Dilemma

Was sich in allen bisherigen Ligaspielen wie ein roter Faden durchzog: Die Waltroper sind vor dem Tor nicht kaltschnäuzig genug. Mal ist es der Pfosten, mal der Torwart, mal sind es die Wolken. Die Offensivreihe scheitert im Abschluss zuverlässig. So wie gestern auch wieder: „Emir Taspinar schießt aus drei Metern den Torwart an“, erzählt Ridder, den solche Aktionen sprachlos zurück lassen. „Im Training machen die Jungs solche Dinger der Reihe nach weg!“ Das 1:0 erzielte gegen den FC Roj übrigens Lutz Hamann (48.) nach schöner Vorarbeit durch Nico Poslednik.

Drei von vier Spiele gegen Top-Teams

Dass grundsätzlich auch der finanzstarke FC Roj zu den Teams gehört, die oben mitspielen wollen und können, ist in der Liga bekannt. Tabellenplatz vier belegt unterdessen, dass es Teutonia SuS in drei von vier Spielen mit absoluten Top-Teams der Bezirksliga-Staffel 9 zu tun hatte. Gegen solche Top-Teams darf eine gänzlich neu zusammengesetzte Mannschaft wie die der Waltroper verlieren.

„Das lässt dich auf der Bank verzweifeln“

„Unsere Kurve zeigt nach oben“, stellt Oliver Ridder trotzdem fest. Das ist es auch, was ihn trotz der fehlenden Ergebnisse ruhig bleiben lässt. Tatsächlich hätte sein Team in Mengede mit etwas mehr Glück vor dem Tor einen Punkt mitnehmen können, gegen Stockum und Roj vielleicht sogar drei Punkte. „Das stimmt dich positiv, lässt dich auf der Bank aber auch verzweifeln.“

Personell nachlegen ist denkbar

Gegen akute Trainer-Verzweiflung würde ein erfahrener Knipser im Sturmzentrum helfen. Dass „wir keinen typischen Neuner im Team“ haben, weiß natürlich auch Ridder. Ob es nicht ratsam wäre, kurzfristig so einen kaltschnäuzigen Mittelstürmer in den Kader zu holen, wollte unsere Redaktion am heutigen Montag von Ridder wissen. Jemand Erfahrenes, der vor dem Tor mit Ruhe und Erfahrung knipst. „Ja, die Überlegung gibt es. Und ich bin auch schon mit zwei Kandidaten in Gesprächen“, antwortet Ridder. Dabei gehe es ihm nicht darum, seine Mannschaft zu bestrafen, weil die Leistung nicht ausreicht - er wolle dem Team damit viel mehr „den Druck nehmen“.

Gegen Huckarde muss der Knoten platzen

Am kommenden Sonntag kommt DJK BW Huckarde ins SpoNo. Mit fünf Punkten auf der Habenseite (Platz 11) ist das ein Gegner, der schlagbar ist, der schlagbar sein muss. „Das Ding müssen wir gewinnen - egal wie“, fordert Ridder ein. Ob er bis dahin womöglich schon einen neuen Knipser präsentieren kann, bleibt abzuwarten…

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