Vermehrt Müll-Delikte: Keine Hinweise auf Verursacher und auch keine Anzeige

Der Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) der Stadt Waltrop hat in diesem Jahr verstärkt wilde Müllkippen festgestellt. „Dabei handelt es sich um größere Delikte“, betonte V+E Vorstand Bernd Funke jüngst im Verwaltungsrat.

Vermehrt Müll-Delikte: Keine Hinweise auf Verursacher und auch keine Anzeige

Eine zunehmende Vermüllung der einzelnen Siedlungen oder Innenstadt habe man nicht festgestellt, so Funke weiter. Zugenommen hätten die Großmüllkippen wie die an der Viktorstraße, wo Unbekannte rund 100 Altreifen auf einem Waldweg entsorgt haben. „Das hat nichts mehr mit einem Kavaliersdelikt zu tun“, sagt Funke. Hier sei zu vermuten, dass gewerblicher Müll entsorgt wurde.

Strafen sind meist erheblich höher

Was der V+E-Chef nicht versteht: Dass Leute hier das Risiko eingehen, erwischt zu werden. Die Strafen für derartige Ordnungswiedrigkeiten, teils auch Straftatbestände, seien in der Regel erheblich höher als für die ordnungsgemäße Entsorgung. „Es ist nicht nachzuvollziehen, warum man Reifen nicht zu uns bringt. Ein Reifen kostet bei uns vier Euro“, ordnet Funke ein.

Blaue Säcke mit Haushaltsmüll

Aber - und auch das weiß der V+E-Vorstend - man wird nur selten erwischt. Gleiches gilt für einen großen Berg blauer Säcke, der auf einem Weg am Rande der Borker Straße lag. „Das war viel Haushaltsmüll“, sagt Funke, vermutlich aus einer Wohnungsauflösung. „Ein Sack kostet bei uns 3,80 Euro. Auch da kommt eigentlich nicht der Betrag zusammen, wo man sagen würde, man geht das Risiko ein.“

Asbesthaltige Platten wurden gesondert entsorgt

Was „richtig Geld gekostet hat“, so Funke weiter, waren wild abgeladene, asbesthaltige Platten, die entsorgt werden mussten. „Die mussten wir über einen gesonderten Weg entsorgen.“ Die Kosten alleine dafür lagen im vierstelligen Bereich.

Am Ende zahlt die Allgemeinheit über die Müllgebühr

Stichwort Kosten: Die trägt am Ende die Allgemeinheit über die Müllgebühren, die gerade erst für das Jahr 2022 festgelegt werden. Die grobe Gleichung dazu: Je häufiger der V+E wilde Müllkippen beseitigen muss, desto mehr Geld kostet das, desto höher fällt die Müllgebühr aus. Dieses Jahr sind beim V+E nach Angaben Funkes bereits Kosten im fünfstelligen Bereich für die Entsorgung solcher Müllkippen aufgelaufen. Täter konnten nicht ermittelt werden.

Anzeige ohne Erfolgsaussicht

Und auch Anzeigen gegen Unbekannt stellt der V+E nicht, wie Bernd Funke auf Nachfrage von Klaus Beie (SPD) mitteilt. Es gibt keine Aussicht auf Erfolg. Die Botschaft: Müll-Sünder müssen auf frischer Tat ertappt werden. Bürger sollten dann sofort die Polizei verständigen.

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