B474n: Neue Zahlen zeigen, dass L609 und B235 kaum entlastet werden

15.600 Kfz nutzen die L609 (Leveringhäuser Straße) bisweilen jeden Tag. Der Landesbetrieb Straßen.NRW hat nun in einem neuen Zahlenwerk beschrieben, welche Verkehre bis 2030 mit und ohne die B474n - Ortsumgehung Waltrop - erwartet werden.

B474n: Neue Zahlen zeigen, dass L609 und B235 kaum entlastet werden

Es ist eine Frage der Sichtweise: Während der Landesbetrieb Straßen.NRW im Erläuterungsbericht zum sogenannten „Deckblatt 1“ zum Bau der B474n von einem Rückgang auf 14.500 Kfz pro Tag auf der L609 durch die Ortsumgehung Waltrop spricht, erscheint ein Blick auf die Ausgangszahlen durchaus angebracht.

Belastung „in nicht erträglicher Weise“

Denn der sogenannte „Analyse-Null-Fall 2017“ beschreibt, dass auf der L609 ein „durchschnittlicher täglicher Verkehr“ von 15.600 Kfz pro 24 Stunden herrscht. In der Nachbarstadt Datteln, wo die B235 ebenfalls stark überlastet ist, sind es laut Straßen.NRW 20.500 Kfz am Tag. Dem jetzt veröffentlichten Bericht ist hierzu auch eine Einordnung zu entnehmen: „Verkehr aus Industrie, Gewerbe und starke Pendlerströme aus dem Raum Waltrop, Datteln, Olfen, Selm, Bork und Lüdinghausen belasten die B235 in der Ortsdurchfahrt Datteln und die L609 in der Ortsdurchfahrt Waltrop in nicht verträglicher Weise.“

Szenarien gehen von NewPark-Bau aus

Nun die neueste Prognose mit einem Betrachtungszeitraum bis 2030. Hier hat Straßen.NRW zum einen untersucht, wie sich die Verkehre auf der L609 sowie der B235 entwickeln, wenn die Ortsumgehung Waltrop nicht gebaut wird (Prognose-Null-Fall). Zum anderen aber auch, wie sich die Zahlen mit dem Waltroper Teilstück in beiden Ostvest-Städten verändern (Prognose-Mit-Fall). Beide Szenarien gehen davon aus, dass das umstrittene Industrieareal „NewPark“ in den Rieselfeldern realisiert wird.

  • Prognose-Null-Fall:

    L609: 15.900 Kfz/24 Stunden

    B235: 22.100 Kfz/24 Stunden

  • Prognose-Mit-Fall:

    L609: 14.500 Kfz/24 Stunden

    B235: 19.000 Kfz/24 Stunden

Mit Blick auf diese Zahlen kommt Straßen.NRW im „Deckbaltt 1“ auf folgende Einschätzung: „Auf einzelnen Straßen mit Zubringerfunktion sind meist leichte Anstiege der Belastungen zu verzeichnen. Insgesamt entlastet die neue Bundesstraße das umliegende Straßennetz jedoch deutlich, wobei die Rückgänge der Verkehrsmengen nicht nur die Ortsdurchfahrten von Waltrop und Datteln betreffen, sondern das gesamte Netz der Hauptverkehrsstraßen.“

Wirklich eine „deutliche Entlastung“?

Zusammengefasst: Auf der Leveringhäuser Straße würden mit der B474n in Waltrop 1.100 Kfz pro Tag weniger fahren. Auf der B235 wären es rund 1500 weniger. Nach Meinung von Straßen.NRW wäre das eine „deutliche Entlastung“. Zur Erinnerung: Der aktuelle Status beschreibt eine Belastung „in nicht verträglicher Weise“.

Ohne B474n bis zu 300 Kfz mehr am Tag auf der L609

Auf der anderen Seite erwartet der für den Bau der Straße verantwortliche Landesbetrieb ohne das Waltroper Teilstück eine Verkehrs-Zunahme von 300 Kfz am Tag bis 2030 auf der L609 und eine Zunahme von 1.600 Kfz auf der B235.

Zehntausende zusätzliche Kfz auf der B474n erwartet

Allerdings ist dem „Deckblatt 1“ ebenso zu entnehmen, dass durch die B474n in Waltrop - von Süden nach Norden abnehmend - auf der neuen Straße eine Gesamtzahl von Fahrzeugen zwischen 31.300 und 21.300 pro Tag erwartet werden. Dabei soll der Verkehr in Waltrop und Datteln laut Straßen.NRW auf der L609 und der B235 zusammengenommen allerdings nur um 2.600 Kfz/24 Stunden entlastet werden.

Wir haben heute bei Straßen.NRW nachgefragt, wie sich diese erhebliche Differenz von bis zu 28.400 Fahrzeugen erklären lässt. Eine Antwort steht noch aus…

Während sich das Dattelner Teilstück der B474n schon in Bau befindet, gibt es für das Waltroper Teilstück noch kein Baurecht.

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