Hiobsbotschaft für Bauern: WSA begrenzt Brücke auf 2,50m Durchfahrtshöhe

Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Westdeutsche Kanäle hat heute damit begonnen, die Durchfahrtshöhe der Oberwieser Brücke von 3,40m auf 2,50m herabzusetzen. Eine Hiobsbotschaft für umliegende Landwirte.

Hiobsbotschaft für Bauern: WSA begrenzt Brücke auf 2,50m Durchfahrtshöhe

Erst am vergangenen Mittwoch (16.6.) hatte es einen Ortstermin zwischen WSA-Mitarbeitern, Landwirten und Anwohnern gegeben. Unter anderem hatte der Oberwieser Landwirt Theo Hemmerde nochmals eindringlich darauf hingewiesen, wie wichtig die Brücke für seine tägliche Arbeit sei und dass er ohne das Bauwerk praktisch abgeschnitten sei von den Felder auf der anderen Kanal-Seite.

Argumente kommen nicht an

Offenbar fanden all die vorgebrachten Argumente kein Gehör in der Behörde: Am heutigen Donnerstag ist ein Bautrupp angerückt, der damit begonnen hat, das Zufahrtsportal auf 2,50 abzusenken. Trecker und andere landwirtschaftliche Maschinen können die Brücke jetzt nicht mehr passieren. Jodokus Niermann vom angrenzenden Spargel- und Erdbeerhof ist dementsprechend bedient und auch sauer über die fehlende Kommunikation. „Uns hat wieder mal niemand informiert“, ärgert sich Niermann.

Stadt hat Begrenzung zugestimmt

Unterdessen ist auch die Stadt Waltrop „nicht glücklich“ über das Vorgehen des WSA. Wiewohl Stadt-Sprecherin Andrea Middendorf heute einräumte, dass die Stadt der 2,50m-Höhenbegrenzung vor einigen Wochen - wenn auch zähneknirschend - zugestimmt habe. Middendorf sagte sinngemäß, dass es nur zwei Optionen gegeben habe: die geringere Durchfahrtshöhe zu akzeptieren oder eine dauerhafte Vollsperrung. Middendorf schildert, dass das WSA die Maßnahme damit begründet habe, dass die Brücke in einem derart schlechten Zustand sei, dass sie einstürzen könnte.

Feuerwehr Castrop-Rauxel fährt Einsätze

Passieren kann die Oberwieser Brücke auch die Feuerwehr Waltrop ab sofort nicht mehr, weil nahezu alle Einsatzfahrzeuge höher sind als 2,50m. Unsere Redaktion fragte nach, wie nun sichergestellt werden könnte, dass im Ernstfall Waltroper Bürgern, die hinter dem Kanal wohnen, rechtzeitig geholfen wird. Hier, so schildert Andrea Middendorf, habe man eine Lösung mit der Nachbarstadt Castrop-Rauxel gefunden. Die dortige Feuerwehr werde Einsätze in dem betroffenen Gebiet in Oberwiese übernehmen. „Die Hilfsfristen können so eingehalten werden“, sagt Andrea Middendorf.

„Kein Zustand“ für die nächsten 15 Jahre

Sie betonte noch einmal ausdrücklich, dass man selbst nicht glücklich sei mit der Situation. Bürgermeister Marcel Mittelbach, so versicherte sie, werde sich dem Thema annehmen. Auch über die Möglichkeit einer Behelfsbrücke müsse noch einmal gesprochen werden. „Dass diese Situation, wie sie jetzt ist, zehn, 15 oder sogar 20 Jahre anhält, kann nicht die Lösung sein“, so die Stadt-Sprecherin.

  • Heute und morgen ist die Oberwieser Brücke für die Bauarbeiten gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

  • Ab Montag ist dann auch die Straße „Am Felling“ für mehrere Wochen gesperrt. Die Fahrbahndecke wird saniert.

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