SCHAWE Car Design: Von der Garagen-Werkstatt zur weltweiten Top-Manufaktur

Von der Stange ist bei SCHAWE Car Design so ziemlich gar nichts: Die Top-Manufaktur für Luxusautos der Marke Mercedes Benz zählt in der Szene längst zu einer der begehrtesten Veredlungs- und Tuning-Adressen überhaupt. Ihr Firmensitz: in Waltrop.

SCHAWE Car Design: Von der Garagen-Werkstatt zur weltweiten Top-Manufaktur

Alles begann 2013 in einer Garage in Dortmund-Aplerbeck. „Da habe ich noch draußen bei Schnee unterm Auto gelegen“, erzählt Marc Schammert, einer der beiden Firmengründer und das Kreativ-Hirn hinter den Umbauten in der Werkstatt. Sein Kompagnon ist Daniel Wesner, Chief Executive Officer des Unternehmens, was mit der international gebräuchlichen Abkürzung CEO auf seiner Visitenkarte gekennzeichnet ist.

Kunden aus der ganzen Welt

Dass hier CEO zu lesen ist und nicht etwa das deutsche Wort Geschäftsführer, liegt sicherlich auch an dem internationalen Kundenstamm, den sich die beiden Auto-Liebhaber in nur wenigen Jahren aufgebaut haben. Gut Betuchte aus der ganzen Welt lassen in der Waltroper Edel-Manufaktur ihre Luxuskarossen umbauen. Oder wie Daniel Wesner sagt: „personalisieren“. Denn genau darum geht es bei SCHAWE Car Design. Sie bauen ohnehin schon hochklassige Fahrzeuge in rollende Einzelstücke um. Jeder Mercedes, der die Waltroper Manufaktur verlässt, steckt in einem einzigartigen Maßanzug.

Ein Umbau kann auch mal 100.000 Euro kosten

Ganz aktuell steht unter anderem eine G-Klasse in der SCHAWE-Werkstatt, die für die Vereinigten Arabischen Emirate bestimmt ist. Der Grundpreis des Geländewagens liegt laut offizieller Mercedes-Preisliste - je nach Ausführung - zwischen 103.000 und 160.000 Euro. Selbstredend, dass über die genauen Kosten für den Edel-Umbau nicht gesprochen wird. Ganz allgemein, so drückt es Daniel Wesner aus, könne so ein Umbau jedoch durchaus mal 100.000 Euro kosten. „Wir haben aber auch Kunden, die wollen nur ein Detail geändert haben, was dann vielleicht 100 Euro kostet.“

Eine G-Klasse mit blauem Interieur

Die G-Klasse mit Ledersitzen und Himmel in einem auffallenden Blau-Ton, der in einem krassen Kontrast zur weiß-schwarzen Wagenfarbe steht, ist für einen Kunden in Dubai bestimmt. Dabei ist dieser extreme Kontrast absolut gewollt und die Erfüllung des Kundenwunsches. „Genau darum geht es ja. Die Autos sollen auffallen und einzigartig sein“, erklärt Marc Schammert, der übrigens auch noch einen erfolgreichen YouTube-Kanal mit Videos aus der SCHAWE-Werkstatt füttert. 7600 Abonnenten hat der Kanal, und manche Videos mehrere 100.000 Aufrufe.

Anderes Leder? Kein Problem!

Denn immer dann, wenn ein „bis unter die Decke ausgestatteter“ Mercedes ab Werk nicht mehr verändert oder verbessert werden kann, kommt die Waltroper Top-Manufaktur ins Spiel. „Da kann es dann zum Beispiel um ein anderes Leder oder Design im Sitz gehen“, erzählt Daniel Wesner.

Es kommt oft Carbon zum Einsatz

Spezialisiert hat sich SCHAWE Car Design unterdessen auf verschiedene Bereiche der Personalisierung. Ein ganz wichtigster: die Arbeit mit Carbon. Ein Beispiel: das Lenkrad. Hier gibt es werksseitig nur wenige verschiedene Ausführungen zu bestellen. Der Kundenkreis, den SCHAWE bedient, will sich aber absetzen, ein einzigartiges Lenkrad in dem Luxusauto vorfinden. Was die Waltroper Spezialisten dann machen, funktioniert vereinfacht ausgedrückt so: Das Original-Lenkrad wird ausgebaut und bis aufs Grundgerüst „entkernt“. Anschließend werden spezielle Carbonmatten angepasst und aufgebracht, genau so wie besondere Leder-Varianten, die Mercedes selbst nicht im Sortiment hat. Zwischen vier und acht Wochen dauert so etwas. Was dann in penibler Handarbeit entsteht, ist ein absolutes Lenkrad-Unikat. Nach diesem Muster gehen Daniel Wesner und Marc Schammert übrigens bei allen Umbauten vor: Das Originalteil wird ausgebaut, aufwändig geschliffen und bearbeitet und anschließend in einem neuen Design wieder eingebaut.

Alle Autorisierungen von Mercedes

Es sind genau solche Umbauten, die SCHAWE Car Design seit der Gründung vor gut acht Jahren hat aufsteigen lassen zu einer weltweit gefragten Veredelungs-Manufaktur mit Kunden aus Japan, Schweden, der Schweiz oder auch Kambodscha. Eine Manufaktur, die freilich auch den ganz üblichen Mercedes-Service anbietet: Inspektion, Service. „Wir haben von Mercedes Benz alle Autorisierungen, die wir benötigen“, sagt Daniel Wesner, zu dessen Aufträgen regelmäßig auch das Nachrüsten von Sonderausstattungen zählt.

Neubau auf 2500m² - inklusive Showroom

Seit 2015 ist der Firmensitz mittlerweile an der Richtstrecke in Waltrop. Inzwischen ist der Platz aber zu knapp geworden, weshalb SCHAWE nicht weit entfernt am „Landabsatz“ neben der Firma „Hase Bikes“, die sich dort ebenfalls nochmal erweitert, ein neues Firmendomizil baut. „Der Bauantrag ist auch schon genehmigt“, berichtet der CEO. Im Herbst sollen die Arbeiten beginnen. Das neue SCHAWE-Grundstück umfasst rund 2500m², es wird auf 900m² eine Werkstatt, Büros und einen Showroom geben. Bis zu acht Fahrzeuge passen künftig in die Werkstatt, was Daniel Wesner sehr wichtig war. „Die Autos unserer Kunden sind ja oft mehrere Monate in unserer Obhut. Da ist es wichtig, dass die Fahrzeuge trocken und sicher stehen.“

Neue Mitarbeiter gesucht

Bereits jetzt stellt die Waltroper Edel-Manufaktur übrigens neue Mitarbeiter ein: Einen KFZ-Mechatroniker und einen Serviceberater sucht Daniel Wesner. Wie bei allem, was SCHAWE angeht, gilt auch hier: „Von der Stange“ dürfen die Mitarbeiter nicht sein. Viel mehr zuverlässig, gewissenhaft und mit einer besonders ausgeprägten Liebe zum Detail und zu Mercedes Benz.

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