Datteln 4: Demo am Sonntag - Kreuzweg-Gruppe berichtet von Zwischenfall

Es könnte heute (25.7.) eine der letzten Demonstrationen gegen das umstrittene Steinkohlekraftwerk Datteln 4 werden; je nachdem natürlich, wie das Oberverwaltungsgericht Münster Ende August zur Frage des Bebauungsplans urteilt.

Datteln 4: Demo am Sonntag - Kreuzweg-Gruppe berichtet von Zwischenfall

Am heutigen Sonntag findet vor dem Kraftwerk nahe der Waltroper Stadtgrenze eine Kundgebung statt. Zwischen 16 und 20 Uhr wird dafür die Löringhofstraße gesperrt. „Wir sind eingeladen worden nach Datteln, dort wurde eine Mahnwache angemeldet“, sagt ein Sprecher der Initiative „Kreuzweg für die Schöpfung“ heute Morgen im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zuerst Vortrag am Trianel-Kraftwerk

Gestartet ist die Kreuzweg-Gruppe heute in Lünen. Zunächst wolle man dort an einem Vortrag vor dem Trianel-Kraftwerk teilnehmen, so der Sprecher. Anschließend werde man sich auf den Weg nach Datteln machen. „Ab 16 Uhr sind wir dann direkt vor dem Kraftwerk.“

40 Pilgerer unterwegs

Rund 40 Menschen begleiten heute den „Kreuzweg für die Schöpfung“. „In Datteln erwarten wir aber deutlich mehr Leute, die direkt dort hin kommen“, sagt der Initiativen-Sprecher weiter. Statt einer starren Mahnwache werde es vor Datteln 4 eher ein buntes Programm mit Redebeiträgen und anderen Aktionen geben.

Wer sind die Aktivisten?

Der „Kreuzweg für die Schöpfung“ von Gorleben nach Garzweiler wird getragen von einem breiten Bündnis von Initiativen der Klimagerechtigkeits-Bewegung und wird unterstützt von kirchlichen Institutionen, wie es auf der eigenen Website heißt. Und weiter: „Unser Anliegen ist es, den Protest gegen klimazerstörende und menschenfeindliche Energieproduktion in die Fläche zu tragen, uns dabei in die Tradition früherer Bewegungen zu stellen und so auf Zusammenhang und Kontinuität der verschiedenen Kämpfe ebenso aufmerksam zu machen wie auf die Solidarität der – ganz unterschiedlichen – Akteure.“

Polizeieinsatz in Hamm

Am Freitag (23.7.) war die Kreuzweg-Gruppe mit der Polizei in Hamm aneinander geraten. In einer Pressemitteilung der Initiative werden der Behörde Vorwürfe gemacht. Unter anderem heißt es dort (Auszug): „Die Polizei ging mit völlig unangemessener Härte gegen sie vor. Einige Polizisten mit gezogenem Schlagstock, andere richteten Pfeffersprayer auf die Pilger. Zwei Pilger, später von der Polizei der ,Gefangenenbefreiung’ bezichtigt, wurden weggetragen: der bekannte Waldpädagoge Michael Zobel (62), der in Handschellen abgeführt wurde, und eine 65jährige Frau aus Mechernich. Andere wurden abgedrängt, ein Rentnerehepaar (73 und 66 Jahre) zu Boden gestoßen.“

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