Leidenschaft schlägt Taktik: Oberwiese düpiert Teutonia SuS in Unterzahl mit 3:0

Der FC Spvgg. Oberwiese steht in der dritten Pokal-Runde. Nach einem leidenschaftlichen Kampf hat der B-Ligist das Bezirksliga-Team von Teutonia SuS Waltrop niedergerungen. Der 3:0 (1:0)-Sieg fällt am Ende zu hoch aus, war aber auch nicht unverdient.

Leidenschaft schlägt Taktik: Oberwiese düpiert Teutonia SuS in Unterzahl mit 3:0

Die Vorzeichen waren klar: Teutonia SuS als Bezirksligist ging als Favorit ins Spiel, Oberwiese als B-Ligist der Underdog. Doch das, was die Teutonen in der ersten Halbzeit präsentierten, konnte Trainer Oliver Ridder ganz und gar nicht gefallen.

Teutonia ohne Durchschlagskraft

Das leichte optische Übergewicht konnte nicht darüber hinweg täuschen, dass der Bezirksligist jegliche Durchschlagskraft vermissen ließ. Nicht umsonst konstatierte Ridder nach Abpfiff: „Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir mal einen richtig guten Abschluss hatten.“

Disziplinierte Verteidigung von Oberwiese

Auf der anderen Seite die Oberwieser. Nachdem die Elf von Ibo Karadag vor Wochenfrist und dank einer deutlichen Leistungssteigerung in Durchgang zwei bereits Eintracht Waltrop aus dem Pokal geworfen hatte, war der B-Ligist heute von Beginn an wach. Herausgestochen hat neben dem Doppeltorschützen Moritz Wember, der als Sturmspitze für Teutonias Abwehr ein stetiger Unruhestifter war, vor allem die stabile Defensive. Oberwiese verteidigte diszipliniert und mit Härte, was nach 25 Minuten bereits in zwei Gelbe Karten mündete.

Resolute Zweikämpfe

Während Oberwiese sichtlich im Derbymodus war - Kapitän Felix Sprenger ging mit resoluter Körpersprache vorne weg -, wollte das Gefühl von bedingungsloser Einsatzbereitschaft bei der Ridder-Elf nicht so recht rüberkommen. Eine taktisch ordentliche Staffelung war zwar zu erkennen, doch beschränkte sich das Passspiel oft auf ungefährliche Zonen.

Freudenjubel bekommt Dämpfer

Und dann passierte es: Alex Heitfeld erkämpfte den Ball auf Höhe der Mittellinie, gab ab auf Christopher Bülhoff und den Konter vollendete Moritz Wember im zweiten Versuch zum 1:0 (31.), nachdem sein erster Abschluss noch an den Innenpfosten ging. Der Oberwieser Freudenjubel bekam allerdings sieben Minuten später bereits einen Dämpfer. Teutone Marc Andre Vollmert hatte Janis Lenfert als letzten Mann im Sprintduell keine Chance gelassen. Der Oberwieser konnte sich nur noch mit einem Foulspiel helfen. Da Vollmert alleine auf Torwart Jannis Leo zugelaufen wäre, war die Entscheidung von Schiedsrichter Markus Fritzen folgerichtig: glatt Rot (38.). Die Führung brachte das Karadag-Team trotzdem in die Halbzeit.

Kaum noch Entlastungsangriffe für Oberwiese

Nach der Pause hatte das Team von Oliver Ridder merklich das Tempo verschärft. Oberwiese beschränkte sich weitestgehend aufs Verteidigen und tat sich schwer, eigene Vorstöße vorzutragen. In Durchgang eins hatte das noch häufiger geklappt.

Neun Gelbe Karten

Die Partie entwickelte sich stellenweise zu einem hitzigen Spiel. Insgesamt neunmal holte der Unparteiische den gelben Karton aus der Tasche, viermal für Teutonia, fünfmal für Oberwiese. Die rund 400 Zuschauer im Sportzentrum Nord sorgten für schöne Derby-Stimmung; aufgeheizt, aber nicht übermäßig heiß. Alles in allem verlief die Partie mit Ausnahme ein paar kleinerer Scharmützel fair ab.

Teutonias Sturm im Wasserglas

Es blieb dabei: Das optische Übergewicht der Teutonen entwickelte sich zum Sturm im Wasserglas. Weil Oberwiese eine äußerst disziplinierte Mannschaftleistung mit Kampf und Leidenschaft ablieferte, gelang es dem Bezirksligisten nicht, die ganz brandheiße Offensivaktion zum Abschluss zu bringen.

Robin Beyer chippt zum 2:0 ein

Und dann ging es plötzlich auf der anderen Seite ganz schnell. Ein langer Ball nach vorne findet die Füße von Robin Beyer, der den Ball in Bedrängnis abgeklärt ins linke Eck chippt - 2:0 für Oberwiese (83.). Trainer Ibo Karadag hatte ein goldenes Händchen bewiesen und den späteren Torschützen kurz zuvor erst eingewechselt.

Elfmeter in der Nachspielzeit

Unterdessen hatte Oliver Ridder bei dem Treffer „eine klare Abseitsposition“ gesehen. Dem Schiedsrichter wollte er nach Abpfiff deshalb aber nicht die Schuld für die Niederlage seiner Elf geben, auch wenn das Tor zum 3:0 seiner Meinung nach ebenfalls nicht regulär war. „Das Foul passiert außerhalb des Strafraums“, sagt Ridder. Der Unparteiische Markus Fritzen hatte das Foul im Strafraum gesehen und auf den Elfmeterpunkt gezeigt. Moritz Wember vollstreckte sicher zum 3:0-Endstand (90.+1).

Nächster Gegner: Flaesheim

Nun trifft der FC Spvgg. Oberwiese am 22.8. (15 Uhr) auf A-Ligist SuS Concordia Flaesheim. Flaesheim hatte sich heute im Elfmeterschießen mit 5:4 gegen den SV Bossendorf durchgesetzt.

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