Glasfaser: Telekom schließt auf eigene Kosten 6.700 Haushalte in Waltrop an

Die Deutsche Telekom und die Stadt Waltrop haben heute (3.11.) eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, die für rund 6.700 Haushalte in Waltroper einen gänzlich kostenlosen Glasfaser-Anschluss mit sich bringt.

Glasfaser: Telekom schließt auf eigene Kosten 6.700 Haushalte in Waltrop an

Die Telekom startet in zwei Stufen einen sogenannten Eigenausbau in Waltrop. Will heißen, es gibt keine klassische Vorvermarktung und keine bestimmte Kunden-Quote, die erreicht werden muss. „Wir bauen auf jeden Fall“, stellt Andreas Schulz, bei der Telekom Leiter des Infrastrukturvertiebs West, heute im Rathaus noch einmal fest.

Kein Zwang eines Telekom-Vertrages

Tatsächlich hat das Vorhaben der Telekom für alle die Haushalte, die im ausgewählten Anschlussgebiet liegen, keinen Haken. Jeder, der einen Glasfaser-Anschluss bis in sein Haus gelegt haben möchte, muss sich online registrieren und wird dann bedient. Es gebe auch keinen Zwang, anschließend einen Vertrag bei der Telekom abzuschließen, betont Andreas Schulz auf Nachfrage unserer Redaktion. Achtung: Die Online-Registrierung wird erst nach und nach - je nach Baufortschritt - für weitere Haushalte freigeschaltet.

700 Haushalte im ersten Schritt

Der erste Ausbau-Abschnitt betrifft einen Bereich in der Innenstadt - laut Telekom geht es um rund 700 Haushalte. Man werde damit im kommenden Jahr starten und auf jeden Fall auch im kommenden fertig werden, kündigt Andreas Schulz an. Mit dem zweiten, weitaus größeren Abschnitt wolle man in 2023 beginnen. Voraussichtliche Ausbauzeit laut Telekom: eineinhalb bis zwei Jahre.

„Werden nicht ganz Waltrop anschließen können“

Der zweite Abschnitt umfasst grob ein Kerngebiet zwischen der Berliner Straße und Dortmunder Straße (L511) als Grenze und zieht sich dann nördlich in Richtung Datteln-Hamm-Kanal. Alles, was südlich der L511 liegt, wird die Telekom nicht im Zuge des Eigenausbaus anschließen. „Wir werden nicht ganz Waltrop anschließen können. Das rechnet sich für uns nicht“, begründet Andreas Schulz.

„Internet-Brennpunkt“ Hebewerk-Siedlung

Auch die Hebewerk-Siedlung in Oberwiese fällt demnach nicht ins Ausbaugebiet der Telekom. Ein Thema, das in Waltrop seit Jahren emotional diskutiert wird und auch immer wieder Teil politischer Beratungen ist.

Waltroper Aufbruch hat nachgehakt

Unlängst hatte der Waltroper Aufbruch im zuständigen Fachausschuss noch einmal nachgehakt, war mit der Antwort der Stadtverwaltung aber nicht glücklich. So sagte Michael Finke, er könne nur davor warnen, das aktuelle Angebot anzunehmen. Wie berichtet, erschließt Vodafone Deutschland die Hebewerk-Siedlung per Kabel-Glasfaserausbau (Coax). Finke schlussfolgerte sinngemäß, dass man bei einem etwaigen späteren Förderprogramm keinen Anspruch mehr auf einen echten Glasfaser-Anschluss hätte, sollte man das Vodafone-Angebot annehmen.

„Kein Marktversagen in diesem Bereich“

Burkhard Tiessen, Wirtschaftsförderer der Stadt Waltrop, machte heute auf Nachfrage unserer Redaktion klar, dass die Hebewerk-Siedlung nun grundsätzlich nicht mehr für ein Förderprogramm infrage käme. „Coax ist Gigabit-fähig“, begründete Tiessen. „Es gibt also kein Marktversagen in diesem Bereich.“

Neuer Förderantrag mit dem Kreis

Nichtsdestotrotz plant die Stadt Waltrop gemeinsam mit dem Kreis, perspektivisch einen neuen Förderantrag auf den Weg zu bringen, um weitere Gebiete zu erschließen.

Logo