Die Stimmung kippt: Waltroper Politik greift massiv die B474n-Planung an

Womöglich deutet sich eine Kehrtwende bei der Waltroper Position zum Bau der B474n an. Die von Straßen.NRW überarbeiteten Planungsunterlagen (Deckblatt 1) wirken sich deutlich negativer auf Waltroper Stadtgebiet aus als angenommen.

Die Stimmung kippt: Waltroper Politik greift massiv die B474n-Planung an

Eine Erkenntnis, zu der nun auch die politischen Vertreter im zuständigen Fachausschuss gekommmen sind. Sowohl SPD als auch CDU - beide großen Fraktionen waren bisher für den Bau der Umgehungsstraße - übten heute Abend massive Kritik an den Planungsunterlagen.

Jede Menge Kritikpunkte

Unter anderem ging es dabei um deutlich höhere Verkehrsströme, um große Flächenverluste und um Lärmschutzbelange. Alles Punkte, über die unsere Redaktion bereits mehrfach ausführlich berichtet hat (siehe verlinkte Berichte in diesem Text).

Autobahnzubringer oder Umgehungsstraße?

Dass die Waltroper Grünen ihre Position bekräftigten, dass die Umgehungsstraße keine Umgehungsstraße sei, sondern „ein Autobahnzubringer, der den newPark ermöglichen soll“ (Kirsten Hase), überraschte nicht. Genau so wenig, dass Michael Finke (Waltroper Aufbruch) unter anderem noch einmal darauf hinwies, dass die geplante Trasse „durch acht Naturschutzgebiete führt“.

„Erhebliche Abweichungen zu Plänen aus 2016“

Interessant war unterdessen die Wortwahl, die SPD-Fraktionschef Detlev Dick bei seiner Einlassung benutzte. „Grundsätzlich sind wir für diese Straße - oder für eine Straße.“ Ein Plädoyer für den Bau der B474n hört sich freilich anders an. Zumal der SPD-Mann eine ganze Latte von Fragen herunterbetete, die seine Partei umtreiben. Wieso würden zum Beispiel passive Lärmschutz-Maßnahmen notwendig, wenn sich die Verkehrsbelastung doch verringern solle? Das sei unplausibel. Unterm Strich stellte Dick fest, dass es „erhebliche Abweichungen zu den Plänen aus dem Jahr 2016“ gibt.

Ist ein Nein zur Straße noch möglich?

Auch Theo Hemmerde (CDU) ergriff das Wort und bezeichnete die neuen Pläne als „teilweise erschreckend“. Unter anderem seien die geplanten Größen der Abfahrten „überhaupt nicht hinnehmbar. Das Bauvorhaben wirft in seiner Gesamtheit viele Fragen auf“, betonte Hemmerde. Dass sich der CDU-Vertreter dann sogar bei Dezernent Andreas Scheiba erkundigte, ob der Stadtrat (tagt am 9.9.) theoretisch auch noch den Beschluss fassen könnte, grundsätzlich Nein zum Waltroper Teilstück der B474n zu sagen, spricht nicht unbedingt für einen breiten Konsens in Reihen der CDU zum Thema.

Wie würde sich ein Waltroper Veto auswirken?

Scheiba beantwortete diese Frage übrigens mit einem vorsichtigen Ja. Der Rat sei frei, eine neue Position zur Straße zu finden, so Scheiba. Bekanntlich gilt derzeit ein viele Jahre alter Ratsbeschluss, der sich noch für den Bau der B474n ausspricht. Allerdings schränkte Scheiba in der aktuellen Sitzung gleichzeitig auch ein, dass nicht klar sei, wie sich das auf das laufende Planungsverfahren auswirken würde. „Bleibt so eine Straße dann überhaupt noch im vordringlichen Badarf?“, fragte Scheiba offen in die Runde.

Ausführliche Stellungnahme wird versendet

Bisweilen hat sich der Fachausschuss erstmal auf eines geeinigt: Am Donnerstag (9.9.) soll der Rat einen ausführlichen Stellungsnahmen-Katalog mit sämtlichen Kritikpunkten beschließen, der dann an die zuständige Planungsbehörde geschickt wird.

Über die einzelnen Kritikpunkte im Detail berichten wir noch gesondert.

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