Historischer Rückblick: Als Teutonia Waltrop im DFB-Pokal spielte...

Der Aufstieg von der Kreisliga A in die Bezirksliga war der bisher letzte, größere sportliche Erfolg von Teutonia SuS Waltrop. Das war in der Saison 2018/19.

Historischer Rückblick: Als Teutonia Waltrop im DFB-Pokal spielte...

Weil seit Corona in den Amateur-Ligen praktisch kein Ball mehr gerollt ist, nutzen wir die fußballfreie Zeit für einen Blick zurück in die Saison 1990/91.

Es war der 4. August 1990

Während die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft nur wenige Wochen zuvor in Italien zum dritten Mal nach 1954 und 1974 den WM-Titel holte (1:0-Sieg gegen Argentinien, Torschütze: Andi Brehme), passierte auch im Sportzentrum Nord Historisches. Teutonia Waltrop – damals noch ohne das „SuS“ im Namen – hatte die erste Runde des DFB-Pokals erreicht. Es war der 4. August 1990, als der haushohe Favorit Eintracht Braunschweig im Sportzentrum Nord aufschlug.

Am Ende war es denkbar knapp

30 Saisons ist das nun her. Waltrop Reporter hat in dieser Woche mit dem Coach der Elf gesprochen, die den damaligen Fußball-Zweitligisten aus Braunschweig beinahe eine peinliche Erstrunden-Schmach verpasst hätte: Ulli Viefhaus. Ganz so weit ist es dann aber doch nicht gekommen, die Eintracht machte sich mit einem dürftigen 1:0-Erfolg wieder auf den Heimweg.

„Ein Jahrhundertereignis für Teutonia“

„Damals habe ich gesagt, das ist ein Jahrhundertereignis für Teutonia“, erinnert sich Ulli Viefhaus. Eine Aussage, hinter der er auch heute noch steht. „Wir waren ja damals die absolute Nummer zwei hinter dem großen VfB.“ Und plötzlich stand der kleine Landesligist vom Sportzentrum Nord auf der großen Fußballbühne: Erste Runde DFB-Pokal – inklusive Live-Übertragung im Radio.

Wer weiß, was mit Ballmann passiert wäre…

Wenn er heute an die Partie zurückdenkt, dann ist da selbst nach so vielen Jahren noch eine große Portion Stolz in Ulli Viefhaus' Stimme. „Man muss ja sagen, wir haben nur mit 1:0 verloren. Das war schon ein Erfolg.“ Zumal sich der Coach, der ab 1983 für eine ganze Dekade ein absoluter Erfolgstrainer am SpoNo war, an einen "sehr guten Auftritt" seiner Elf erinnert. „Erstaunlicherweise haben wir gut mitgespielt.“ Und wer weiß, was passiert wäre, hätte sich nicht einer der Leistungsträger verletzt. „Roman Ballmann war einer meiner besten Stürmer. Er hat sich kurz vorher eine Oberschenkelzerrung geholt“, erzählt Viefhaus. Er ist überzeugt: Mit Ballmann wäre die Chance auf eine Überraschung noch größer gewesen.

Ungefähr 1700 Zuschauer seien es gewesen, die das Pokalspiel am SpoNo verfolgten. „Normal waren so 200 bis 300“, sagt Viefhaus. Nicht so an jenem 4. August 1990.

Viefhaus: „War überwältigt von den Möglichkeiten“

Der Coach, der mit Teutonia damals schon in der ersten Saison den Aufstieg von der Bezirks- in die Landesliga klarmachte, erinnert sich nicht nur gerne an das legendäre Pokalspiel zurück. „Es war generell eine total tolle Zeit“, sagt der "Ickerner Junge". Er sei damals überwältigt gewesen von den Möglichkeiten, die man ihm am SpoNo aufgezeigt hatte. „Es gab einen Rasenplatz, ein eigenes Stadion, ein Vereinsheim und noch einen Ascheplatz zum Trainieren. Was mir Teutonia damals geboten hat, dazu konnte man als Trainer kaum nein sagen.“

Heute ist Tennis der Lieblingssport

Und auch, wenn es unserer Redaktion selbst mit der Hilfe des Heimatvereins nicht gelungen ist, noch Fotos von dem legendären Pokal-Fight aufzutreiben, so hat uns Uli Viefhaus noch Bilder zur Verfügung stellen können, die in der Saison 83/84 nach dem Aufstieg in die Landesliga gemacht wurden. „Da sind wir mit dem Tieflader durch Waltrop gefahren. Das war auch was...“, erinnert sich der Ex-Coach, der sich heute auch mit 76 Jahren noch aktiv dem Tennisspielen in seiner Heimatstadt Castrop-Rauxel widmet. Nach Waltrop hat er auch noch Verbindungen, allerdings nur noch von privater Natur, nicht sportlich. Mit Otto Thiem, einem seiner damaligen Weggefährten, und seiner Familie habe er "noch heute freundschaftlichen Kontakt", erzählt Viefhaus.

  • Der Teutonen-Kader zum DFB-Pokal 1990: Aeberhard, Kuck O., Aigner, Jurascheck, Blase, Marten, Vedder, Kruse, Güttler, Lenz, Dittberner, Czapla, Ballmann, Focke R., Baumann, Niemöller H., Lawniczak, Lüchtemeier (Trainer: Viefhaus/ Betreuer: Becker H.)

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