2G-Pflicht: Mehrere Fußballer dürfen nicht mehr auflaufen - wir haben Reaktionen

Die Corona-Inzidenzen schießen durch die Decke. Zehntausende infizieren sich alleine in Deutschland Tag für Tag an dem Virus. Da war es fast schon zu erwarten, dass es nicht lange dauern würde, bis sich das auf den Amateursport auswirkt.

2G-Pflicht: Mehrere Fußballer dürfen nicht mehr auflaufen - wir haben Reaktionen

Der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) hat am 24. November entschieden, im Senioren-Fußball die Saison ungeachtet neuer Höchstwerte bei den Corona-Zahlen fortzusetzen. Allerdings unter Auflagen.

Für Trainings- und Spielbetrieb gilt 2G

Mit sofortiger Wirkung gilt für die Kicker im Bereich des FLVW die 2G-Regel. Nur noch geimpfte oder genesene Kicker dürfen am Trainings- und Spielbetrieb teilnehmen. Eine Besonderheit nimmt hier noch der Jugendfußball ein, doch dazu später.

Wie viele Kicker müssen zuschauen?

WaltropReporter hat sich bei den heimischen Vereinen umgehört, wie die Stimmung dort ist, wie man mit der Entscheidung umgeht, und wie viele Kicker möglicherweise am Sonntag zum Zuschauen verurteilt sein werden.

Teutonia SuS Waltrop: „Wir klatschen wegen der Entscheidung des FLVW sicherlich nicht in die Hände“, sagt Roger Thiedecke, der Sportliche Leiter. Nach seinem Wissensstand werden für Sonntag zwei Spieler aus dem Bezirksligateam nicht auflaufen dürfen. Da die Verantwortung, wer auf dem Platz stehen darf und wer nicht, den Heimvereinen obliegt, hat Thiedecke bereits vorgesorgt. „Wir haben die Gegner vom kommenden Sonntag angeschrieben, damit sie uns mitteilen, wer von ihren Spielern die 2G-Regel erfüllt. Damit haben wir unsere Pflicht erfüllt“, sagt der scheidende Sportliche Leiter. Thiedecke kritisiert hier den FLVW: „Der Verband schreibt uns das vor, ohne sich darüber Gedanken zu machen, wie ein Amateurverein die geforderten Auflagen überhaupt erfüllen kann.“

Teutonen-Reserve erfüllt die „2G“ bereits

Relativ entspannt stellt sich bei der zweiten Mannschaft die Situation dar. Trainer Olaf Senking berichtet: „Ich habe alle Spieler angeschrieben. Eine negative Antwort, also dass jemand die 2G-Regel nicht erfüllt, liegt mir nicht vor.“ Allerdings wird sich Senking noch vor dem letzten Training nochmals genau informieren.

VfB Waltrop: Der Sportliche Leiter des VfB, Marcus Wedemann, hat Verständnis für die Entscheidungen des FLVW: „Man muss etwas machen, daher ist die Entscheidung des Verbandes nachvollziehbar.“ Etwas ärgerlicher empfindet er die Entscheidung, die Spiele der A- und B-Junioren bis zum Jahresende auszusetzen.

In die Winterpause retten

In der ersten Mannschaft erfüllen zwei Kicker nicht die 2G-Regel. „Einer ist noch nicht geimpft, der andere hat seine zweiwöchige Wartezeit nach der zweiten Impfung erst am Dienstag abgesessen“, sagt Wedemann. Außerdem hofft er, dass die drei noch ausstehenden Spiele bis zur Winterpause ordnungsgemäß über die Bühne gehen können. „Und dann hoffe ich, dass bis zum Ende der Winterpause (13. Februar, d. Red.) die 2G-Regel wieder entfallen ist.“

Zwei Spieler müssen noch warten

Ähnlich gut sieht es bei der zweiten Mannschaft des VfB aus. Nach Kenntnis des Trainers Dirk Lenze sind alle Kicker seines Teams mittlerweile zweimal geimpft. „Allerdings sind zwei Spieler dabei, die die 14-tägige Wartezeit für den vollständigen Impfschutz noch nicht absolviert haben.“

Großer Aufwand, die Maßnahmen zu erfüllen

FC Spvgg. Oberwiese: Die gute Nachricht zuerst: Beim Mittwochstraining waren bei den Oberwiesern 24 Kicker im SpoNo. Das deutet darauf hin, dass die meisten Spieler 2G erfüllen. „Nach meinem Wissensstand haben wir nur zwei Spieler, die nicht eingesetzt werden können“, sagt Marcel Himmel, gemeinsam mit Ralf Sandhofe der Corona-Beauftragte bei den Oberwiesern. Aus dem Vorstand war weiterhin zu hören: „Wir haben die Vorgaben des Verbandes zu erfüllen. Die momentane Situation erfordert diese Maßnahmen.“ Allerdings weisen die Oberwieser darauf hin, dass es einen „großen Aufwand“ bedeutet, die vom FLVW geforderten Maßnahmen umzusetzen.

„Den Vereinen wird schon einiges abverlangt“

Eintracht Waltrop: „Den Vereinen wird schon einiges abverlangt“, sagt Guido Siekirka, der Vorsitzende von Eintracht Waltrop. Für Siekirka kommt auf die kleinen Amateurvereine eine Mammutaufgabe zu. „Ich weiß auch noch nicht, wie wir das lösen können“, sagt er. Beispielsweise hat seine Mannschaft wegen eines Heimrechttausches am Sonntag um 12.30 Uhr den 1. FC Preußen Hochlarmark II zu Gast. Eine halbe Stunde zuvor empfängt Teutonia SuS II des FC 26 Erkenschwick, ebenfalls im SpoNo und dann zockt die Erste von Teutonia gegen die SpVg BG Schwerin und außerdem haben die Waltroper Handballer auch noch Heimrecht gegen Handball Ruhrbogen Hattingen. „Ich weiß gar nicht, wie die Kontrollen aussehen sollen“, sagt Siekirka. Währenddessen sagt Trainer Dominik Schenkel, dass er erst am Donnerstag vor dem Training einen genauen Überblick haben wird, wer die 2G-Regeln einhält. „Die Entscheidung des Verbandes finde ich allerdings nicht so glücklich“, sagt Schenkel.

Breimann unterstützt die neuen Regeln

Jugendabteilung VfB Waltrop: Zwar hat der FLVW den Jugendspielbetrieb der A- und B-Junioren bis zum 31. Dezember ausgesetzt, allerdings mit der Einschränkung, dass dennoch ein Meisterschaftsbetrieb möglich ist, wenn beide Teams die Auflagen zu 100 Prozent erfüllen. Für diese Regelung bringt Jugendleiter Thomas Breimann volles Verständnis auf. „Es war genau die richtige Entscheidung. Wir versuchen unter diesen Auflagen Meisterschaftsspiele auszutragen und sind mit den jeweiligen Gegnern im engen Austausch“, sagt der Jugendleiter. Für ihn gilt eine einfache Formel: „Wer nicht geimpft ist, kann auch nicht Fußball spielen. So einfach ist das.“

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