Ein Feld, das Feld bleiben darf: Fläche am Schwarzbach macht Dicken Dören möglich

Dieser Verwaltungsakt ist ungewöhnlich: Weil auf Waltroper Stadtgebiet zu viele Gewerbeflächen ungenutzt sind, muss jetzt ein landwirtschaftlich genutztes Feld, das theoretisch eine Gewerbebebauung hergibt, umgewidmet werden.

Ein Feld, das Feld bleiben darf: Fläche am Schwarzbach macht Dicken Dören möglich

Hintergrund ist das Vorhaben der Stadt Waltrop, das Gewerbe- und Industriegebiet „Im Dicken Dören“ zu entwickeln. Bekanntlich soll sich hier Fahrzeugbau Langendorf ansiedeln.

Waltroper Kontingent ist erschöpft

Doch der Plan kann aktuell nicht umgesetzt werden, weil Waltrop sein Kontingent an Gewerbeflächen bereits ausgeschöpft hat. Zumindest auf dem Papier. Denn die Regionalplanungsbehörde spricht jeder Kommune eine gewisse Gesamtfläche zu, die mit Gewerbe und Industrie bebaut werden darf.

„Ladenhüter“ Stumm- und Nierhoffhafen

Neben den großen Brachflächen wie Stumm- und Nierhoffhafen, die die Stadt seit zig Jahren nicht vermarktet bekommt, gibt es eben auch noch das rund drei Hektar große Feld, das sich vom Aldi-Parkplatz bis hin zur Moschee am Schwarzbach zieht. Das wird zwar schon immer landwirtschaftlich bewirtschaftet, wäre aber theoretisch gewerblich zu bebauen.

Bebauungsplan aus 1997

Ein Bebauungsplan, der durch die Stadt Waltrop 1997 aufgestellt worden ist, weist diese Fläche als Gewerbegebiet aus. Ziel war es seinerzeit, hier kleine und mittelständische Unternehmen anzusiedeln. Das gelang nicht. „Der Eigentümer hatte gar kein Interesse daran, diese Fläche zu verkaufen“, begründet Baudezernent Andreas Scheiba, der damals noch nicht im Amt war.

Ein unglückliches Vorgehen

Dabei darf das frühere Vorgehen der Stadt zumindest als unglücklich bezeichnet werden. Einen Bebauungsplan für eine Fläche aufzustellen, die gar nicht im eigenen Besitz ist, erscheint absurd. Nun soll der damalige Vorgang einkassiert werden.

Neben den 30.000m² sollen weitere 12.000m² eines südlich angrenzenden Feldes dem Dicken Dören zugeordnet werden. Nur so ist es möglich, den Dicken Dören wie gewünscht mit insgesamt zehn Hektar Fläche zu entwickeln. Am heutigen Abend (4.11.) hat der Stadtrat dies auch einstimmig so beschlossen.

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