Tote Tiere im Kanal: WSA und Jäger haben einen Lösungsansatz gefunden

„Wir haben die Faxen dicke!“ Was Petra Bauernfeind-Beckmann, Vorsitzende der Kreisjägerschaft, sagte, traf den Nagel auf den Kopf. Am Ende des heutigen Ortstermins mit Vertretern des WSA und den Jagdpächtern ist man aber einen Schritt weiter.

Tote Tiere im Kanal: WSA und Jäger haben einen Lösungsansatz gefunden

Es war ein durchaus produktives Treffen an der Oberwieser Brücke. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Westdeutsche Kanäle war mit Barbara Stockem (Fachbereichsleitung Schifffahrt), Leon Schmidt (Leiter Außenbezirk Datteln) und Andreas Wanning (Revierleiter Bundesforstrevier Bork) nach Waltrop gekommen.

Von Seiten der Jagdpächter und der umliegenden Landwirte und Anwohner waren unter anderem Jodokus Niermann, Laurenz Meßmann, Petra Bauernfeind-Beckmann, Theo Hemmerde, Christoph Pöter, Thomas Krämerkämper und Anette Schlüter-Niedermeier (Gaststätte „Zur Lohburg“) zugegen.

Hohe Spundwände an beiden Seiten

Denn neben dem Problem mit den vielen Wildtieren, die im Dortmund-Ems-Kanal zwischen dem Schiffshebewerk und der Mengeder Straße den Tod durch Ertrinken finden, ging es auch um die Pläne mit der Oberwieser Brücke (wir berichten morgen ausführlich zur Brücken-Problematik). Aber zunächst ging es um die Frage, ob es realistisch ist, auf dem mit hohen Spundwänden ausgestatteten Kanalabschnitt in Oberwiese einen Wildausstieg zu installieren. Die Antwort gab Barbara Stockem: Theoretisch ja, aber wegen der hohen Kosten sei das praktisch nicht umzusetzen.

Kanaldamm müsste erheblich verbreitert werden

Die Fachbereichsleiterin Schifffahrt hatte ihre Hausaufgaben im Vorfeld gemacht und eine ganz vorsichtige Kostenschätzung mitgebracht: „Wir gehen davon aus, dass so etwas mindestens 400.000 Euro kosten würde“, sagt Stockem. Denn zunächst müsste der Kanaldamm erheblich verbreitert werden, damit überhaupt daran zu denken sei, einen Wildausstieg einzubauen. Gleichzeitig merkte die WSA-Fachfrau an, dass es bei vergleichbaren Projekten die Beobachtungen gebe, dass diese künstlichen Böschungen zumindest vom Rehwild nicht angenommen würden. Dass ein Reh, das zumeist aus der Not heraus in den Kanal springt, nicht logisch versucht von der einen auf die andere Seite zu gelangen, das bestätigt auch der Waltroper Jagdpächter Jodokus Niermann.

Deutlich zu viele Tiere sterben hier

Elf ertrunkene Rehe haben die Jagdpächter seit 1. April aus dem Kanal gezogen. Laurenz Meßmann führt hier eine Statistik. „Und das sind nur die, die wir rausgeholt haben“, betont Meßmann. Dass auch das WSA selbst „drei bis vier tote Rehe“ geborgen habe, sagt Leon Schmidt vom Außenbezirk Datteln. Wohlgemerkt: Hier geht es allein um die Anzahl des Rehwilds - doch es ertrinken auch noch Dutzende Füchse, Wildschweine oder Hasen. Und das seit inzwischen vielen Jahren. Das sei nicht mehr hinzunehmen, betont Jodokus Niermann.

Die Lösung heißt Wildzaun

Dass es hier Handlungsbedarf gibt, da waren sich alle Beteiligten einig. Und prinzipiell ist man sich auch bei der Lösung einig: Ein Wildzaun soll her. Barbara Stockem und Andreas Wanning hatten sich kundig gemacht. 15 Euro koste der Wildzaun pro laufendem Meter - inklusive Arbeitslohn. Eine Investition, die machbar erscheint, auch wenn die WSA-Mitarbeiterin darauf hinwies, dass sie aktuell „nicht einen Euro“ ausgeben könne, weil man im Haushalt „sämtliche Mittel gestrichen“ habe. Dennoch sahen die WSA-Vertreter eine Chance, eventuell Geld aus dem Unterhaltungsbereich aufbringen zu können. Zudem wollten sich auch die Jäger noch einmal Gedanken darüber machen, wie sie das Vorhaben unterstützen können.

Aufstellbereiche werden jetzt definiert

Nun sind erstmal die Jagdpächter am Zug. Sie müssen Bereiche definieren, wo genau Wildzaun aufgebaut werden sollte. "Man werde versuchen, das schon bis zur kommenden Woche umzusetzen, kündigten Meßmann und Niermann an. Anschließend gibt es einen erneuten Termin mit dem WSA, dann muss ein Antrag gestellt werden und dann könnte eine Umsetzung relativ zeitnah möglich sein.

WaltropReporter begleitet das Projekt und berichtet, sobald es Neuigkeiten gibt.

Logo