newPark: Kraftwerks-Gelände statt Rieselfelder? Stadt Datteln bleibt vage

Inmitten der Rieselfelder soll bekanntlich der newPark entstehen. In Datteln gibt es dafür auch eine politische Mehrheit, in Waltrop werden die Pläne kritisch gesehen. Nun gibt es offenbar Überlegungen, die eine neue Möglichkeit aufwerfen.

newPark: Kraftwerks-Gelände statt Rieselfelder? Stadt Datteln bleibt vage

Es ist eine Idee, die aufhorchen lässt; und eine, über die man im Dattelner Rathaus offenbar noch nicht so wirklich reden möchte. Könnte es Sinn machen, den newPark zu verlegen? Von den Rieselfeldern, wo man im großen Maße Wälder und landwirtschaftliche Flächen roden und versiegeln müsste, auf das Kraftwerksgelände von „Datteln 4“?

Rückbau ist wahrscheinlich

Dass der Kohlemeiler dort nie hätte gebaut werden dürfen, ist inzwischen gerichtlich bestätigt. Ein Rückbau gilt als wahrscheinlich, sollte die Beschwerde gegen die Nichtzulassung einer Revision beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig nicht doch noch Erfolg haben.

Es gibt Gemeinsamkeiten

Ob es denkbar ist, den newPark auf das möglicherweise obsolete Kraftwerksgelände zu verlegen? Was sich im ersten Moment nur schwer vorstellen lässt, erscheint bei genauerer Betrachtung ganz und gar nicht so abwegig.

Kanal- und Schienenanbindung ist schon da

Die Kraftwerksfläche ist bereits erschlossen, verfügt über Kanal- und Schienenanbindung. Ein Anschluss an das Schienennetz ist auch für den newPark angedacht, allerdings müssten dafür weitere Naturflächen zerschnitten werden - auch auf Waltroper Boden. Der erste Bauabschnitt des geplanten Industrieareals in den Rieselfeldern umfasst 60 Hektar. Das Kraftwerksgelände ist mit 74,7 Hektar sogar größer, wiewohl kleiner als die 156 Hektar vermarktbare Fläche, die der newPark zusammen mit Bauabschnitt zwei irgendwann einmal haben soll.

Bauabschnitt zwei ohne B474n kaum denkbar

Aber: Wann ein zweiter Bauabschnitt überhaupt realisiert werden kann, ist völlig offen. Klar ist, ohne die durchgehende B474n kann der Verkehr nicht aufgefangen werden. Eine Verkehrsfreigabe der Ortsumgehung auf Waltroper Boden ist in den nächsten zehn Jahren nicht zu erwarten.

Stadt Datteln hält sich bedeckt

Auf Nachfrage unserer Redaktion, ob eine Verlagerung des newPark denkbar wäre, bleibt die Stadt Datteln vage in ihrer Antwort. „NewPark ist durch den Landesentwicklungsplan an dem Standort vorgesehen, wo er geplant wird. Aktuell ist es völlig offen, wie mit einer möglichen Rückbaufläche umgegangen werden kann. Grundsätzlich ist eine gewerbliche Nachfolgenutzung an diesem Standort denkbar, wenn auch im kleineren Umfang als bei newPark“, teilt Stadt-Sprecher Dirk Lehmanski mit. Zudem verweist er darauf, dass das Grundstück aktuell Uniper gehöre und nicht der Stadt Datteln.

Warten auf Entscheidung aus Leipzig

Eine Antwort verwehrte uns Lehmanski auch auf wiederholte Nachfrage: Rechnet die Stadt Datteln damit, dass das Kraftwerk zurückgebaut werden muss? „Wir warten zunächst die Entscheidung über unsere Nichtzulassungsbeschwerde ab“, verweist der Stadt-Sprecher.

Finanziell und ökologisch interessant?

Dass eine mögliche Verlagerung des Industrieareals auch finanziell interessant sein könnte, darf zumindest vermutet werden, da es auf dem Kraftwerksgelände bereits eine bestehende Infrastruktur gibt. Aus ökologischer Sicht wäre eine Verlagerung zweifelsohne interessant.

  • In welchem Zeitfenster ein Rückbau des Kraftwerkes möglich wäre, und dementsprechend eine Verlagerung des newParks, darüber berichten wir in Kürze.

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