Waltrop 0 und doch ein Sieger: Unser Inzidenz-Wert ist kein Zufall

Es ist noch nicht besiegt, dieses Virus. Aber wir sind auf einem guten Weg. Der Kreis verkündet heute, dass die 7-Tage-Inzidenz für Waltrop trotz 25 aktiver Fälle 0 beträgt. Wir jubeln darüber. Und wir jubeln zurecht. Aber wen genau bejubeln wir?

Waltrop 0 und doch ein Sieger: Unser Inzidenz-Wert ist kein Zufall

Ich habe darüber heute lange nachgedacht. Und je länger ich nachdachte, desto klarer wurde mir, dass unsere hervorragende Lage kein Zufallsprodukt ist. Um das zu verstehen, müssen wir ein bisschen zurück blättern.

Es gab nichtmal ein WC

Es ist viel früher in der Pandemie. Nachdem langsam aber sicher immer klarer wird, wie wichtig es ist, Infektionsketten aufzudecken, haben sich in Waltrop ein paar Wenige formiert, um genau das anzugehen: Sie deckten auf. In einem beeindruckenden Tempo entstand an der Zeche ein Abstrich-Zelt, in dem sich bis heute zigtausende Bürger aus Waltrop und aus Datteln auf das Corona-Virus haben testen lassen. Nur zur Erinnerung: Das war zu einer Zeit, in der es noch keine Schnelltests oder Abstrich-Orte an jeder dritten Ecke gab. Viel mehr war es die Zeit, in der es anfangs nicht einmal ein WC für die sagenhaft engagierten Arzthelferinnen gab, die teilweise ihre Mittagspausen damit verbrachten, Bürger um Bürger abzustreichen.

Das Zelt war ungeheuer wichtig

Was besagte kleine Gruppe im kleinen Waltrop da auf die Beine gestellt hat, das hatte schon etwas von Pioniers-Arbeit. Das Waltroper Testcenter, das wir heute fast schon aus dem Blickfeld verloren haben, war ungeheuer wichtig für alles, was bis jetzt geschehen ist.

Wir konnten schneller verstehen

Weil wir das Virus schneller aufspürten als andere, konnten wir diese extrem dynamische Situation bei uns vor Ort besser verstehen, besser einschätzen, besser bewerten. Und wenn ich wir sage, dann meine ich vor allem sie: Zu nennen ist da Dr. Felix Gahlen, der seit Pandemie-Beginn aus medizinischer Sicht alles möglich macht, um dem Virus nicht einfach so das Feld zu überlassen. Zu nennen ist da Dr. Benjamin Bode, der mit genau so viel persönlichem Einsatz an allen Fronten kämpft. Die medizinische Fachkompetenz wird seit Anfang an unterstützt von der Waltroper IT-Firma DuoSystems. Wie wichtig und gleichzeitig kompliziert die technische Infrastruktur hinter dem ganzen Gesundheitsapparat ist, muss wohl nicht extra betont werden.

Der Erfolg hat viele Väter

Bitte verstehen Sie mich an dieser Stelle nicht falsch. Natürlich setzen sich unglaublich viele Menschen auf ihre ganz eigene Weise auch dafür ein, diesem verflixten Corona-Virus die Stirn zu bieten. Und da rede ich nicht nur von den vielen anderen Ärzten, die im starken Verbund des Vestnet bis heute gemeinsam Dinge auf die Beine gestellt haben, die nachhaltig beeindrucken. Aber - und daran muss und darf erinnert werden - es gibt eben diese paar Wenigen, die sich ganz besonders ausdauernd in der Krise eingesetzt haben. Und zwar von Anfang an. Die Zeit und Geld investiert haben, ohne das an die große Glocke zu hängen. Chapeau!

Mit einem Wort: Dankeschön

Heute zitiert die Waltroper Zeitung online Dr. Matthias Andersen, den Vorsitzenden der so engagierten Vestnet-Ärzte, mit den Worten: „Waltrop kann stolz auf sich sein!“ Ja, Waltrop kann stolz auf sich sein. Aber Waltrop sollte eben auch wissen, warum es nicht zuletzt stolz auf sich sein kann.

Für mich steht fest: Der sagenhafte, persönliche Einsatz dieser paar Wenigen steht maßgeblich und ganz direkt im Zusammenhang mit dem tollen Erfolg der 0-Inzidenz, den wir heute gemeinsam bejubeln. Dafür ein ganz großes Dankeschön.

Logo