Einmal Bahnhof, bitte: Hat denn mal wer bei den neuen Besitzern gefragt?

Ein eigener Bahnhof im kleinen Waltrop. So eine tolle Vorstellung. „Nächster Halt: Waltrop Bahnhof!“ Ich höre schon die Ansage im Zug, wenn er parallel zur Bahnhofstraße Fahrgäste ein- und aussteigen lässt. Oder ist das doch nur Träumerei?

Einmal Bahnhof, bitte: Hat denn mal wer bei den neuen Besitzern gefragt?

Alle Jahre wieder - so könnte man es fast beschreiben. Gerne dann, wenn Wahlen in unserer Stadt anstehen, ploppt das gute alte Bahnhofsthema wieder auf. 2014 war es die CDU, die diese Welle kräftig geritten ist („Waltrop Linie“). In der Nachbarstadt Datteln hauen die Jusos aktuell wieder hartnäckig auf die Trommel, denn auch sie wollen wieder ans Schienennetz der Hamm-Osterfeld-Bahnlinie angeschlossen werden, wie dieser Tage bei der Morgenpost zu lesen war.

Der Weg wird noch steinig

Zurück nach Waltrop: Diesmal sind die Kommunalwahlen zwar durch, aber ein anderer Grund beschert uns jetzt erneut die Diskussion: Der Umzug von Langendorf in den Dicken Dören. Oder treffender gesagt: Der eventuelle Umzug von Langendorf in den Dicken Dören. Dass es so kommt, darf man aus Waltroper Sicht zwar inständig hoffen. Der Weg dahin droht wegen des Protestes aus Dortmund aber noch steinig zu werden.

Immer noch. Schon wieder. Nach wie vor

Die Waltroper Zeitung hat vor Kurzem darüber berichtet, dass die Waltroper Grünen gerne einen Bahnhof verwirklicht sähen auf der Fläche, auf der aktuell noch Lkw-Anhänger vom Stapel laufen. Ein entsprechender Antrag wurde im Fachausschuss gestellt. Jetzt soll nochmals die Bahn gefragt werden, ob ein Bahnhof in Waltrop womöglich doch interessant ist. Achtung, Spoiler-Alarm: Die Antwort ist nein. Immer noch. Schon wieder. Nach wie vor.

Was sagt Bonova dazu?

Beim Blick in den ursprünglichen Antrag der Grünen fällt auf, dass ein Punkt irgendwie gar nicht betrachtet wird: Das Gelände ist bereits an Projektentwickler Bonova verkauft, der hier bis zu 150 Wohneinheiten bauen will. Fragt sich nur: Hat Bonova überhaupt ein Interesse daran, sein neu erworbenes Grundstück wieder herzugeben für eine Bahnhofsplanung? Für mich wäre das ja der erste Schritt, bevor ich eine Idee großartig in den Ring werfe: Mal beim Grundstückseigentümer nachfragen, ob das überhaupt denkbar wäre.

„Es hat keine Kontaktaufnahme gegeben“

Dass die Waltroper Grünen nicht nachgefragt haben, hat uns nun Bonova-Sprecher Christian Köhn mitgeteilt. „In Gesprächen mit der Stadt wurde das Thema Bahnhof wohl mal angerissen. Von der Verwaltung wurde allerdings auch darauf hingewiesen, dass bisherige Machbarkeitsuntersuchungen ergeben haben, dass dies schwierig bis nicht volkswirtschaftlich realisierbar sei. Von Seiten der Grünen hat es keine Kontaktaufnahme gegeben“, sagt uns Christian Köhn im Gespräch. Und was vielleicht noch wichtiger ist: Auch Bonova selbst hat kein großartiges Interesse daran, in einen Bahnhof zu investieren. „Unser Unternehmen konzentriert sich stark auf den Wohnungsbau. Wir wollen unsere Fläche in Waltrop nicht für einen Bahnhof abgeben“, sagt Köhn weiter.

Der Bahnhof wird begraben

Da sind wir also wieder - so wie alle Jahre wieder. Der Bahnhof ploppt auf, der Bahnhof wird öffentlichkeitswirksam diskutiert, und am Ende - da lehne ich mich jetzt mal aus dem Fenster - wird der Bahnhof begraben. Immer noch. Schon wieder. Nach wie vor.

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