CDU: Keiner will Finke beerben

Nach der krachenden Wahlniederlage 2020, bei der die CDU als Partei 33 Prozent und Bürgermeisterin Nicole Moenikes nur 36 Prozent erhielt, hatte der Stadtverband der Union ein Jahr Zeit, sich personell für die Zukunft aufzustellen. Das gelang nicht.

CDU: Keiner will Finke beerben

Wie in CDU-Kreisen zu hören, hätte der amtierende Vorsitzende Ludger Finke (65) gern für eine jüngere Kandidatin oder jüngeren Kandidaten Platz gemacht. Nur: Niemand will Finke beerben.

CDU-Chef ist weiter alternativlos

Nach unseren Informationen ist der Flugkapitän im Ruhestand als CDU-Chef weiter alternativlos. Das war er schon 2013, als die sensationell anmutende „Verjüngungskur“ mit der 2009 gerade 31-jährigen Silke Günther-Thurau sang- und klanglos zu Ende ging. Die CDU Waltrop wurde über Nacht wieder das, was sie in der öffentlichen Wahrnehmung seit eh‘ und jeh ist: eine Altherren-Partei.

Verdiente „Silberrücken“

Die „Silberrücken“, von Lütkenhaus über Surmann, Hemmerde und Vortmann – um nur vier der fraglos verdienten Granden zu nennen - haben den Kurs seit Jahrzehnten bestimmt, daran änderte auch die schnell abgestürzte Euphorie der Moenikes-Wahl zur Bürgermeisterin in 2014 nichts.

Moenikes ist alleine schuld - aber ist sie das?

Dass es auf der morgigen Jahreshauptversammlung zu einer schonungslosen Aufarbeitung der CDU-Misere vor allem der letzten Jahre kommt, ist nicht zu erwarten. Wie Laschet im Bund, wird Nicole Moenikes allein für das miserable Ergebnis von vor einem Jahr verantwortlich gemacht werden. Das macht seit Monaten die Runde im Stadtverband.

Wer kommt nach Finke?

Ludger Finke will, wie die „Waltroper Zeitung“ berichtet, in zwei Jahren aufhören. Und wer kommt dann? Einer der sich mit den politischen Mitbewerbern beschäftigt oder auch mit der Amtsführung des jungen Bürgermeisters? Da fehlt vielen die Phantasie, wer das nun plötzlich auch 2023 sein könnte. Ludger Finke wird weiter die Hochs und Tiefs seiner Partei kommentieren müssen.

Ein Zitat, das nicht vergessen ist

Noch gut in Erinnerung sein Statement zur Wahl von Annegret Kramp-Karrenbauer zur CDU-Bundesvorsitzenden im Dezember 2018. Die Schlagzeile lautete: Ludger Finke über die Wahl von „AKK“: „Es gilt jetzt, den Aufwind zu nutzen und unsere CDU wieder zur breiten Volkspartei zu machen.“ Jetzt kann er das nächste Statement zur Lage an der Parteispitze vorbereiten. Finkes Job ist auf unabsehbare Zeit nicht vergnügungssteuerpflichtig. Deshalb will ihn auch niemand.

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