Tiere ertrinken jämmerlich - Jäger setzen sich für Wildausstieg ein

So geht es für Jodokus Niermann nicht weiter: Seit Anfang April sind schon wieder mindestens acht Rehe und weitere Füchse und Hasen jämmerlich im Kanal in Oberwiese ertrunken.

Tiere ertrinken jämmerlich - Jäger setzen sich für Wildausstieg ein

Allein gestern und heute (13./14. Mai) trieben wieder zwei tote Tiere in dem Spundwand-Abschnitt herum, der eine Todesfalle für das Wild ist. Um es klar zu sagen: Wer hier ins Wasser stürzt, wird sterben.

Der Oberwieser Jagdpächter Jodokus Niermann, in dessen Revier der „Todes-Abschnitt“ des Dortmund-Ems-Kanals fällt, ist wütend; wütend darüber, dass es die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) seit Jahren nicht schafft, einen Wildausstieg zu errichten. „So geht das nicht weiter!“, sagt Niermann deutlich.

Kein Ausstieg auf über zwei Kilometern

Seine Kritik geht an die Adresse der WSV, bzw. an die zuständigen Unter-Behörden, die seiner Meinung nach durch „absolutes Nichtstun“ glänzt. „Es wird der Kopf in den Sand gesteckt und es passiert nichts.“ Dabei kommt das Thema Wildausstieg im Grunde jedes Jahr auf die Agenda. Das große Problem: Auf dem Kanal-Abschnitt zwischen Oberwieser Brücke und dem sogenannten Schrotthafen an der Hafenstraße gibt es auf einer Strecke von über zwei Kilometern beidseitig nur hohe Spundwände als Kanal-Abgrenzung und keine Steinschüttung oder andere Möglichkeiten für Tiere, den Kanal wieder zu verlassen. „Jedes Jahr ersaufen uns die Tiere hier elendig im Wasser“, sagt Niermann. In diesem Jahr ist die Zahl der toten Wildtiere noch einmal deutlich gestiegen. Zuletzt klingelte Niermanns Telefon mehrmals in der Woche, weil wieder ein totes Reh im Kanal trieb.

Eine Vereinbarung besagt, dass Niermann als Jagdpächter die toten Tiere entsorgen muss, nachdem sie die Feuerwehr aus dem Kanal gezogen hat. Doch der Waltroper Spargelhof-Besitzer sieht das inzwischen nicht mehr ein. Sollte sich die WSV nicht bewegen und sich dem Thema Wildausstieg ernsthaft widmen, will auch er sich nach Absprache mit seinen Nachbarpächtern nicht mehr an die Vereinbarung halten.

Noch niemanden bei WSA und WNA erreicht

WaltropReporter hat mehrfach versucht, beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Duisburg-Meiderich und auch beim Wasserstraßen Neubauamt in Datteln einen Ansprechpartner für das Thema zu erreichen. Bislang ohne Erfolg. Wir bleiben aber am Ball und berichten, sobald sich die Behörde zum Thema einlässt. In der Vergangenheit hatte es geheißen, dass ein Wildausstieg auf diesem Kanalabschnitt nicht so leicht umzusetzen sei. Von ernsthaften Bemühungen ist zumindest unserer Redaktion nichts bekannt.

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