Kanalbau-Projekte werden teurer - „sehr kontaminiertes Material“ am Schwarzbach

Die inzwischen abgeschlossene Kanalbaumaßnahme an der Veiinghofstraße wird teurer als geplant. Das hat Gründe. Nach oben korrigiert hat der Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) auch die Kostenschätzung für die XXL-Baustelle „Am Schwarzbach“.

Kanalbau-Projekte werden teurer - „sehr kontaminiertes Material“ am Schwarzbach

Statt der zunächst geplanten Baukosten von rund 1,82 Mio. Euro kalkuliert der V+E mittlerweile mit Kosten in Höhe von 2,4 Mio. Euro, wie V+E-Vorstand Bernd Funke jüngst dem Verwaltungsrat mitteilte. Dass es am Schwarzbach teurer wird als gedacht, hat mehrere Gründe. Gestiegene Materialkosten und Preissteigerungen der Tiefbau-Unternehmen sind da zu nennen. Gravierend schlagen auch die voraussichtlichen Entsorgungskosten zu buche, die laut Frank Friedrich, Kanalbau-Experte des V+E, „gerade explodieren“.

Krebserregender Stoff gefunden

„Wir haben hier sehr kontaminiertes Material, das teilweise sogar als gefährlich einzustufen ist“, sagt Friedrich. Dieses Material müsse „unter besonderen Sicherheitsmaßnahmen“ entsorgt werden. Laut Friedrich wurde hier ein krebserregender Stoff gefunden.

Bauarbeiten bis ins Jahr 2024

In den Monaten September/ Oktober soll für die aufwendige Kanal-Erneuerung unter der Straße „Am Schwarzbach“ der Auftrag vergeben werden. Baustart ist für Anfang 2022 vorgesehen. Eingebaut wird unter der Straße auf 700 Metern Länge ein besonderes Trennsystem mit zwei parallel laufenden Kanalrohren. Wegen des großen Aufwandes geht Frank Friedrich davon aus, dass sich die Bauarbeiten „bis ins Jahr 2024 ziehen werden“. Was die Schwarzbach-Anwohner beruhigen dürfte: Auf sie kommen keine Kosten zu. Die Kanalbau-Maßnahme sei nicht im Zuge des Kommunalabgabengesetzes (KAG) abzurechnen, so Friedrich.

Unvorhergesehene Probleme an der Veiinghofstraße

Noch einmal zurück zur Veiinghofstraße: Die Sanierung konnte der V+E zwar drei Wochen früher abschließen als gedacht, allerdings werden die angesetzten Kosten von 550.000 Euro wahrscheinlich auch um etwa zehn Prozent höher ausfallen. Wie Frank Friedrich schildert, gab es diverse Dinge, die so nicht vorherzusehen waren.

Asphalt- und Teerbrocken wurden in dem Rohrgraben verbuddelt

„Unter dem Alt-Kanal war ein riesiges Betonauflager - das war einen halben Meter dick“, sagt Friedrich. Das Betonauflager musste erst raus, bevor der neue Kanal eingebaut werden konnte. Apropos raus: Bei einer früheren Kanal-Sanierung in den 1990er-Jahren muss die ausführende Firma unsachgemäß gearbeitet haben. „Da wurden einfach Asphalt- und Teerbrocken in dem Rohrgraben verbuddelt“, sagt Friedrich. Auch hier galt: Alles raus und entsorgen. Nicht vorherzusehen war laut Friedrich ebenfalls, dass sich plötzlich ein sogenannter Fließboden auftat. „Wir mussten teilweise 80 cm tiefer ausschachten, um den Boden zu stabilisieren“, so der Experte. Weil die Straße, die eigentlich nur mittig aufgerissen werden sollte, schließlich an den Seiten nachgegeben hat, musste auch diese komplett erneuert werden.

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