Eheleute Niermann: „Wir sind geschockt“ - es geht um Betrug großen Ausmaßes an Brautpaaren

Jodokus und Renata Niermann vom gleichnamigen Hof in Oberwiese sind geschockt. Einer ihrer Mitarbeiter, der für die Buchung der Hochzeitsscheune als Event-Location zuständig war, soll Brautpaare im großen Stil betrogen haben.

Eheleute Niermann: „Wir sind geschockt“ - es geht um Betrug großen Ausmaßes an Brautpaaren

Update: Inzwischen hat unsere Redaktion den besagten Mitarbeiter telefonisch erreicht. Er zeichnet ein anderes Bild der Geschehnisse. Zwar habe er in der Tat versehentlich zwei oder drei Hochzeiten im Durcheinander der vielen Anfragen doppelt gebucht. Geld habe er aber nicht unterschlagen. Seine Version der Geschichte hat der in Verdacht geratene Ex-Mitarbeiter des Hofes nach eigenen Angaben bereits der Polizei mitgeteilt.

Was wir zuerst berichteten: Es geht um heimliche Mehrfachbuchungen der Hochzeitsscheune, um vorab geleistete Zahlungen auf dubiose Konten und um Termine, die gar nicht zur Verfügung standen. „Wir sind geschockt“, sagt Hof-Chef Jodokus Niermann. „Unser Ruf steht auf dem Spiel.“

Üble Google-Bewertungen

In der Tat sammeln sich bereits seit einigen Tagen hochgradig geschäftsschädigende Kommentare in den Google-Rezensionen: „Achtung!! Betrüger!“ oder „Finger weg vom Hof Niermann“ ist dort zu lesen.

„Brautpaare sollen Anzeige erstatten“

Dass es tatsächlich zu einem schlimmen Fall von Betrug unter dem guten Namen des Oberwieser Spargelhofes gekommen ist, wissen jetzt auch Jodokus und Renata Niermann. „Wir können allen Brautpaaren nur raten, so schnell wie möglich Anzeige bei der Polizei zu stellen“, sagt Jodokus Niermann, der um Aufklärung und Transparenz bemüht ist. Wiewohl Gattin Renata sagt, dass das „tatsächliche Ausmaß noch gar nicht abzusehen“ ist. Betroffen sind Hochzeitstermine bis weit ins Jahr 2023.

Zwölf Geschädigte haben sich bereits gemeldet

Bei der Polizei haben sich bisher zwölf Geschädigte gemeldet. Das teilte Behördensprecher Andreas Lesch heute auf Nachfrage von WaltropReporter mit. „Weitere Einzelheiten dürfen und können wir aktuell nicht herausgeben.“ Die Anzeigen werden bisher unter dem Tatverdacht des Betruges geführt.

Kein Verdacht geschöpft

Zurück zur Familie Niermann. Die Hof-Betreiber können das Geschehene noch gar nicht richtig fassen. Sie beteuern, von den Machenschaften ihres inzwischen entlassenen Mitarbeiters nichts geahnt zu haben. „Seinen Job hier auf dem Hof hat er vernünftig gemacht“, sagt Jodokus Niermann, der keinen Verdacht schöpfte.

Verhandelt wurde bei Hausbesuchen

Doch in der Realität sah es wohl so aus, dass besagter Mitarbeiter außerhalb seiner Arbeitszeit zu Brautpaaren nach Hause gekommen ist und dort über Kosten und Verträge verhandelt hat. Dabei soll er unter anderem im Namen des Hofes hohe Rabatte angeboten haben, wenn der Betrag bereits vorab zu einem größeren Prozentsatz gezahlt wird. Einer dieser Fälle ist unserer Redaktion namentlich bekannt.

Niermanns sind untröstlich

Renata Niermann betont noch einmal ausdrücklich, wie untröstlich sie sei. „Wir können uns bei den Brautpaaren nur entschuldigen. Das tut uns so leid, dass sie durch einen unserer Mitarbeiter auf diese Art und Weise betrogen wurden.“

Noch kein Überblick

Wie es jetzt weiter geht, wissen die Eheleute Niermann selbst noch nicht. Auch nicht, wie viele und welche Termine womöglich doppelt belegt und bezahlt wurden. Auch Polizeisprecher Andreas Lesch rät Brautpaaren, sich jetzt erstmal bei der Polizei zu melden.

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