Hochstraße: Sanierungs-Plan sieht drastischen Wegfall von Parkplätzen vor

Im Oberdorf ist Ärger im Anmarsch. Der Ausschusses für Umwelt, Klima und Mobilität überlegt, dem Fuß- und Radverkehr bei der Sanierung der Hochstraße Priorität einzuräumen. Das hätte erhebliche Auswirkungen auf die Parkmöglichkeiten für Autos.

Hochstraße: Sanierungs-Plan sieht drastischen Wegfall von Parkplätzen vor

Vorab: Am heutigen Donnerstag (10.6.) tagt der Fachausschuss erneut. Beginn ist um 17 Uhr in der Stadthalle. Vorgestellt wird den Lokalpolitikern dann auch eine Varianten der Hochstraßen-Sanierung, die Radfahrern und Fußgängern - wie von der Politik gewünscht - mehr Platz einräumt. Das funktioniert freilich nur auf Kosten der Autofahrer und Anwohner.

20 statt 80 Parkplätze

In Zahlen ausgedrückt: Statt der aktuell 80 Stellplatz-Möglichkeiten, die es entlang der Hochstraße gibt, würden nur noch 20 übrig bleiben. Ein Szenario, das Anwohnern, die sich im Vorfeld der Sitzung an unsere Redaktion gewandt haben, schlicht Wut in den Magen fahren lässt.

Stadt hatte andere Pläne

Dass man auch im Rathaus nicht besonders angetan von dem Einwand des Fachausschusses war, ist ein offenes Geheimnis. Tatsache ist, dass die Stadtverwaltung andere Vorstellungen hatte, wie die Hochstraße im Oberdorf neu gestaltet werden sollte. Diese Variante sah zwar auch einen Wegfall von Parkplätzen vor, aber bei Weitem nicht in dieser Größenordnung.

Keine Parkplätze an der Nordseite

Stattdessen sollte ein beidseitiges Parken weiterhin möglich bleiben. Zu Gunsten der Verkehrssicherheit hätten noch etwa 56 Autos entlang der Hochstraße Platz gefunden. Die vom Fachausschuss angeforderte Variante sieht einen durchgezogenen Radfahrstreifen vor - gänzlich ohne Park-Möglichkeiten an der Nordseite.

Wo sollen Kunden noch parken?

Bleibt eine Frage offen: Wo sollen Anwohner und Kunden von den Gewerbetreibenden entlang der Hochstraße überhaupt noch parken? Denn dort gibt es eine ganze Reihe von Betrieben, die jeden Tag Kunden empfangen. Erwähnt seien allein der Oberdorf-Grill, die Tierarztpraxis Graé oder der Friseur-Salon von Peter Finke. Aus dem Rathaus hieß es, dass man sich zum jetzigen Planungsstand dazu noch nicht äußern könne. Zur Erinnerung: Die Stadtverwaltung hatte ja selbst andere Vorstellungen…

Wohnraum wohl wertvoller als Parkplätze

Dass der Parkdruck ohnehin sehr hoch ist im Oberdorf, ist unterdessen auch keine Neuigkeit. Und mit Blick auf die aktuellen Bauvorhaben ist nicht davon auszugehen, dass sich daran etwas ändern wird. Im Gegenteil. Unsere Redaktion hat deshalb bei der Stadtverwaltung nachgefragt, ob man nicht besser das Grundstück gegenüber der Mühle Schlingemann - da, wo jetzt weitere Mehrfamilienhäuser entstehen - für neue Parkmöglichkeiten hätte vorhalten sollen. Die Antwort aus dem Rathaus: „Hierbei handelt es sich um ein Grundstück für die Wohnbebauung. Gerade mit Blick auf den dringend benötigten Wohnraum konnte die Stadt dieses Grundstück nicht für den Bau von Parkplätzen ankaufen.“

Wenig Chancen für neuen Durchstich

Dazu beitragen, die Hochstraße verkehrstechnisch zu entlasten, könnte womöglich eine Zufahrt von der Berliner Straße auf den Parkplatz hinter dem Krankenhaus. Ähnlich dem Durchstich, der unlängst im Rahmen der Sanierung der Veiinghofstraße umgesetzt wurde. Doch auch hier sieht die Stadtverwaltung nur wenig Chancen, da der Landesbetrieb Straßen.NRW, der dem zustimmen müsste, bislang eine ablehnende Haltung zu diesem Thema hatte. „Bei der Sanierung der Veiinghofstraße handelte es sich um eine notwendige und zeitlich begrenzte Baumaßnahme, die darum durch den Landesbetrieb unterstützt wurde. Diese Zustimmung ist nicht auf eine auf Dauer ausgelegte Baumaßnahme übertragbar“, heißt es aus dem Rathaus.

Zukauf von Grundstücken wohl nicht nötig

Als kompliziert gelten derweil die Besitz-Verhältnisse entlang der Hochstraße. Deshalb wollte unsere Redaktion wissen, was passiert, wenn ein Grundstückseigentümer seinen Besitz nicht für den Umbau an die Stadt veräußern will. Eine konkrete Antwort gab es darauf aus dem Rathaus nicht, nur so viel: „Ein Zukauf ist nach derzeitigem Planungsstand nicht notwendig.“

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