V+E-Gebühren für 2022: Sattes Plus beim Altpapier fängt höhere Kosten auf

Der Verwaltungsrat des Ver- und Entsorgungsbetriebes (V+E) geht mit den Gebühren für Abfall, Straßenreinigung und Abwasser konform, die der städtische Entsorger für das nächste Jahr festlegen will. Unterm Strich bleiben die Kosten für Bürger stabil.

V+E-Gebühren für 2022: Sattes Plus beim Altpapier fängt höhere Kosten auf

Zunächst einmal muss der V+E allerdings Änderungen an all seinen sechs Satzungen vornehmen. So wirkt sich die Neufassung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes auf Bundesebene auch auf Waltrop aus.

Im Fokus: Recycling und Mülltrennung

Großer Schwerpunkt - neben vielen kleineren Änderungen - sind die Themen Recycling und Mülltrennung. „Die Qualität des Produktes wird immer wichtiger“, ordnet V+E-Mitarbeiter Christoph Telaar ein. Waltrop sei davon zwar nicht direkt betroffen, weil die Verwertung erst einmal Aufgabe des Kreises sei. Bei Sammlung, Erfassung und Transport sei aber die Kommune zuständig, weshalb neue Satzungen her müssten.

Viele kleine Restmüll-Gefäße in Waltrop

„Waltrop hat eine Sonderstellung im Kreis, weil viele Haushalte kleine Restmüll-Gefäße haben“, führt Christoph Telaar aus. Verwerter hätten damit ein Problem. Es geht um das Thema Mülltrennung. Immer da, wo die Möglichkeit besteht, seien Bürger geneigt, ihren Müll ordnungsgemäß zu trennen, schildert Telaar sinngemäß. Andersherum: Wenn die Tonne voll ist, steigt die Fehlwurf-Quote. Und kleine Tonnen sind schneller voll.

Bio-Tonne gezielt anschauen

In Waltrop ist diese Quote laut V+E zwar relativ gering, dennoch will man sich um die Bio-Tonne Gedanken machen. „Knapp über 50 Prozent“ haben in Waltrop eine Bio-Tonne. Das sind vergleichsweise wenige, weil bei uns die Möglichkeit besteht, selbst zu kompostieren - und die Bio-Tonne kostet bisher extra. „Wir werden uns das in den nächsten Monaten nochmal gezielt anschauen“, kündigt Telaar an.

Mehr Müll während Corona

Generell sind die Kosten des V+E im Bereich des Abfalls zuletzt gestiegen, was primär an der Erneuerung des Fuhrparks, den höheren Betriebs- und Kraftstoffkosten sowie höheren Abfallmengen lag. Letzterer Punkt sei auf die Corona-Situation zurückzuführen, so Telaar. Waltrop ist hier kein Ausnahmefall.

Weltmarkt-Preis auf sehr hohem Niveau

Die gute Nachricht für Bürger: „Fast alle diese Kosten werden aufgefangen durch deutlich gestiegene Werterlöse im Bereich des Altpapiers“, sagt Telaar. Im Augenblick sei der Weltmarkt-Preis auf einem sehr hohen, stabilen Niveau. „Das entlastet den Gebührenhaushalt.“ Konkret erzielt der V+E derzeit nach eigenen Angaben höhere Erlöse im sechsstelligen Bereich. „Und wir rechnen mit einem weiteren Anstieg im zweiten Halbjahr 2021“, so Telaar.

Straßenreinigung: Frontmeterpreist steigt um 3 Cent

Weitgehend stabil bleiben die Gebühren bei der Straßenreinigung. Die umfangreiche Änderung der Mustersatzung des Städte- und Gemeindebundes habe inhaltlich keine wirkliche Änderung zur Folge, vieles sei aber präziser zugeschnitten worden, schildert Christoph Telaar dem Verwaltungsrat sinngemäß. Wie dem Satzungsentwurf zu entnehmen ist, steigt der Frontmeterpreis bei der Straßenreinigung von 2,61 Euro auf 2,64 Euro. Wegen des heftigen Winters in diesem Jahr erhöht sich die Winterdienst-Gebühr von 1,13 Euro auf 1,29 Euro je Frontmeter.

Trennsystem nicht mehr vorgeschrieben

Neu gefasst wurde auch das Wassergesetz auf Landesebene. Wichtigste Änderung: „Die Wasserbeseitigung kann weiterhin im Michsystem erfolgen“, sagt Christoph Telaar. Separate Trennsysteme einzurichten, ist demnach nicht mehr gesetztlich vorgeschrieben. Für die Stadt Waltrop ist das eine gute Nachricht, gibt es hier doch überwiegend Mischwasserkanäle. Zum Zahlenwerk: Die Niederschlagswassergebühr fällt für alle Flächen um 2 Cent. Die Schmutzwassergebühr (pro m³ Wasser) steigt von 2,61 Euro auf 2,71 Euro.

Rat muss noch beschließen

Unterm Strich, so fasst Christoph Telaar zusammen, blieben die Gebühren für Bürger in allen drei Bereichen stabil. Nun müssen zunächst der Haupt- und Finanzausschuss (25.11.) und dann der Rat (2.12.) die Satzungen beschließen.

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